Eine neue US-Studie deutet darauf hin, dass moderne Abnehmmedikamente wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro, Zepbound) das Risiko für bestimmte Krebsarten bei stark übergewichtigen Menschen ohne Diabetes deutlich senken könnten. Im Vergleich zu Adipösen, die ausschließlich auf Diät und Bewegung setzten, war das Krebsrisiko um 41 Prozent geringer.
Für die Untersuchung wurden Daten von rund 230.000 adipösen Erwachsenen ohne Diabetes analysiert. Nach Bereinigung verschiedener Einflussfaktoren verglichen die Forscher zwei Gruppen mit jeweils rund 81.000 Personen. Die Teilnehmer wurden im Durchschnitt etwa zwei Jahre lang beobachtet.
Eklatanter Unterschied bei Männern
Insgesamt wurden in der Gruppe mit den Abnehmspritzen 434 neue Krebsfälle registriert, in der Vergleichsgruppe hingegen 732. Besonders stark fiel der Unterschied bei Männern aus. Zudem zeigte Tirzepatid mit einer Risikoreduktion von 69 Prozent deutlich stärkere Effekte als Semaglutid mit 20 Prozent.
Die größten Unterschiede wurden beim Multiplen Myelom (minus 63 Prozent), Bauchspeicheldrüsenkrebs (minus 60 Prozent) und Gebärmutterkrebs (minus 60 Prozent) beobachtet. Auch die Häufigkeit von Darm-, Schilddrüsen-, Nieren-, Eierstock- und Brustkrebs war in der Medikamentengruppe geringer.
„Kein direkter Beweis“
Die Forscher betonen jedoch, dass die Ergebnisse keinen direkten Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang liefern, sondern lediglich auf einen möglichen Zusammenhang hinweisen. Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die genauen Auswirkungen der Medikamente auf das Krebsrisiko zu klären.
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