Verizon mischt mit

Samsung bekommt Schützenhilfe in Streit mit Apple

Web
26.09.2011 10:09
Im Ideenklau-Streit mit Apple bekommt Samsung nun überraschend Schützenhilfe vom größten US-Mobilfunkanbieter Verizon Wireless: Der Telekommunikations-Riese plädiert in neuen Gerichtspapieren gegen eine mögliche einstweilige Verfügung gegen die Südkoreaner und somit gegen einen damit einhergehenden Verkaufsstopp einiger Samsung-Handys in den USA. Dieser wäre gegen das öffentliche Interesse, hieß es zur Begründung in den am Wochenende veröffentlichten Unterlagen.

Der Unterstützungsbrief wurde in einem Prozess in Kalifornien eingereicht, der demnächst in die entscheidende Phase tritt. Der deutsche Patentexperte Florian Müller, der die Konflikte in der Mobilfunkbranche beobachtet und am Wochenende als erster über den Vorstoß von Verizon Wireless berichtete, sprach von einer "Kriegserklärung", die erhebliche Konsequenzen für den US-Markt haben könnte. Dort vertreibt Verizon Wireless sowohl Samsung-Smartphones mit Googles Betriebssystem Android als auch Apples iPhone.

Samsung und sein kalifornischer Gegenspieler werfen sich in ihrem bereits seit Monaten andauernden Streit gegenseitig Ideenklau und Patentverletzungen vor. Am Montag warf Apple seinem Konkurrenten in Australien vor, gegen Patente für Touchscreen-Technologien zu verstoßen. Zudem ähnele das Galaxy Tab dem iPad von Apple im Aussehen, begründeten Apple-Anwälte vor dem australischen Bundesgerichtshof ihre Klage. Apple will damit ein Verkaufs- und Werbeverbot für das Galaxy Tab erreichen. Samsung weist die Vorwürfe zurück, hat aber zugesagt, den Verkaufsstart bis zu dem noch diese Woche erwarteten Urteil zu verschieben.

Die Südkoreaner haben ihrerseits Apple in Australien verklagt, um Patente des Konzerns für nichtig erklären zu lassen. Zudem wirft Samsung dem US-Unternehmen vor, gegen eigene Patente zum drahtlosen Internetzugang verstoßen zu haben. In Deutschland bestätigte die Justiz kürzlich ein Verkaufsverbot für das neueste Galaxy Tab. Apple wirft Samsung in dem Verfahren vor, das Aussehen seines iPad kopiert zu haben. Samsung hingegen drohte jüngst über die Medien damit, das nächste iPhone mit Patentvorwürfen anzugreifen und so den Verkaufsstart des Apples-Handys zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Samsung will Verkaufsziele trotz Streit einhalten
Trotz der erbitterten juristischen Auseinandersetzung mit Apple um die Vorherrschaft auf dem Tablet-Markt gibt sich Samsung aber weiterhin optimistisch. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere früher im Jahr getroffenen Verkaufsziele für Tablets und Handys erreichen werden", sagte der Chef der Samsung-Telekommunikationsabteilung, JK Shin, am Montag. Die Südkoreaner peilen an, den Tablet-Absatz der um mehr als das Fünffache zu steigern. Zudem wollen sie 300 Millionen Mobilfunkgeräte verkaufen.

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