Gefäße nehmen Schaden

Vorsicht, auf Bluthochdruck folgt oftmals Demenz!

Gesund Konkret
10.12.2022 12:00

Der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) und Demenzentwicklung im Alter ist in der Bevölkerung noch weitgehend unbekannt. Dabei könnte man vorbeugend viel für sein Gehirn tun!

Das passiert im Organismus, wenn das Blut dauerhaft mit zu hohem Druck durch die Gefäße rauscht: Mit der Zeit kommt es zu einer Überbelastung der Arterien im ganzen Körper - auch im Gehirn. Das schädigt dort die kleinsten Gefäße, permanente Entzündungen verkleben diese mitunter dann. Damit nimmt das Risiko für Demenz im Alter deutlich zu. Gleichzeitig steigt die Gefahr eines Hirnschlags, auch „Infarkt“ genannt. Ist ein Blutgefäß im Gehirn verstopft, bekommen all jene Nervenzellen, die dadurch versorgt werden, keinen Sauerstoff mehr. Die Folge: Sie ersticken und sterben ab. Der Patient erleidet einen Schlaganfall.

Durchblutungsstörungen im Gehirn
Gerade nach mehreren solchen Ereignissen steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer vaskulären Demenz zu erkranken, auf bis zu 40 Prozent an. Diese Art der Erkrankung tritt aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn auf und entwickelt sich nicht schleichend, sondern manifestiert sich sofort nach dem Ereignis. Sie vermag sich außerdem nach weiteren Infarkten zu verschlimmern.

Kleine Schlaganfälle
Da Hirn-Nervenzellen niemals ohne Nahrung und Sauerstoff auskommen, hat jede ihr eigenes Blutgefäß. Ist nur dieses verstopft, kommt es zu einem Mikroinfarkt, durch den nur sie abstirbt. Damit geht nach und nach ein Verlust an Synapsen (Verbindung zur Reizübertragung) einher. Neben dem erhöhten Schlaganfallrisiko können Mikroinfarkte im Gehirn so auch die Entstehung einer Demenz begünstigen. Das Fatale: Der Betroffene nimmt diese kleinen „Schläge“ nicht wahr.

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Es geht darum, nicht nur Herzinfarkte und Schlaganfälle zu vermeiden, sondern auch die Entwicklung einer Demenz zu verhindern. Dieses Risiko kann ein gut eingestellter Blutdruck reduzieren.

Priv.-Doz. Dr. Christian Koppelstätter PhD, Vorstandsmitglied der Österr. Gesellschaft für Hypertensiologie (ÖGH), Internist in Innsbruck (T)

Gegen die Vergesslichkeit
Bluthochdruck gilt als Hauptrisikofaktor der sogenannten „zerebralen Mikroangiopathie“, die über Schädigungen der weißen Gehirnsubstanz (sogenannte „white matter lesions“) zur Gefäßdemenz führt. Insofern kann eine gute Blutdruckeinstellung (neben der Vermeidung anderer Risikofaktoren) verstärkter Vergesslichkeit in gewisser Weise vorbeugen.

Demenz vorbeugen
Experten schlagen daher Alarm, um Demenzprävention bewusst zu machen. „Dazu gehört die regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Senkung des Blutdrucks bereits im mittleren Lebensalter sowie die Förderung von Lebensgewohnheiten, die den Blutdruck nachweislich senken und damit zur Demenzvorbeugung beitragen“, erklärt der Innsbrucker Internist Priv.-Doz. Dr. Christian Koppelstätter PhD, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie (ÖGH). „Dazu zählt beispielsweise ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion.“

Den Druck rasch unter Kontrolle bekommen
Experten sind sich einig: Hypertonie stellt einen der dringlichsten Risikofaktoren für Hirngefäßerkrankungen dar. Somit ist die optimale Einstellung des Blutdrucks sowohl im Sinne der Primär- als auch der Sekundärprävention (Vorbeugung eines Schlaganfalls) erforderlich.

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