Es ist zumindest der strafrechtliche Abschluss einer bedrückenden und grausamen Causa. Am Donnerstag steht Clemens T. vor den Geschworenen in Wien. Bereits am 22. Jänner 2018 erwürgte er seine Ex-Freundin, verscharrte sie im Wald. Jenni S. wurde acht Jahre nicht gefunden ...
Es ist nun achteinhalb Jahre her, dass Jenni S. aus ihrer Wohnung in Wien-Brigittenau spurlos verschwunden ist. Ein furchtbarer und emotionaler Fall, der nun im Wiener Landesgericht sein Ende finden soll – in einem Mordprozess gegen Clemens T. Am 22. Jänner erwürgte er die damals 21-Jährige und verscharrte sie auf einem Truppenübungsplatz in Niederösterreich.
Trennung nicht akzeptiert
Wo Jenni S. jahrelang unentdeckt blieb. Nur durch Bemühungen ihrer Familie – besonders ihrer Mutter – konnte der 33-Jährige letztlich Ende 2025 überführt werden. Jener Landschaftsgärtner, der es nicht akzeptieren wollte, dass die junge Frau sich von ihm trennte. Und der sie daraufhin ermordete. „Sein linker Unterarm war um ihren Hals geschlungen, mit dem rechten Arm fixierte er ihren rechten Arm an ihrem Bauch“, so die Staatsanwaltschaft Wien. „Sie versuchte verzweifelt nach Luft zu schnappen.“
Im Ermittlungsverfahren versuchte Clemens T. – der in der Zwischenzeit bereits seinen Namen geändert hatte – sich auf eine Notwehrsituation, auf einen Unfall auszureden. Einmal will er sich überhaupt nicht mehr erinnern können. Ein anderes Mal spricht er von Stimmen.
Clemens T. ist laut Gutachten gefährlich
Vor den Geschworenen sitzt er nun jedenfalls wegen Mordes. Ein psychiatrisches Gutachten attestiert dem 33-Jährigen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung – emotional, instabil, explosiv und narzisstisch. Er habe in Beziehungen ein kontrollierendes und klammerndes Verhalten. Jenni S. filmte er zum Beispiel heimlich mit einer Kamera. Wohl entscheidend: „Aggressiv-affektive Durchbrüche im Beziehungskontext bei drohendem Beziehungsende“, so der Gerichtspsychiater.
Ein solches Verhalten lässt sich nur dadurch erklären, dass den Angeklagten der Tod von Jenni S. völlig kalt ließ.
Staatsanwaltschaft Wien
Mehr als verstörend ist auch sein Verhalten nach der Tat. Denn Clemens T. lebte nicht nur acht Jahre lang eine Lüge, er schrieb nur Stunden nach dem Mord die nächste Frau auf sozialen Medien an. In den Tagen darauf wurden es immer mehr. Das Fazit der Staatsanwaltschaft: „Ein solches Verhalten lässt sich nur dadurch erklären, dass den Angeklagten der Tod von Jenni S. völlig kalt ließ.“
Nicht aber die Vielzahl an Menschen, die im Landesgericht Wien im Saal 103 erwartet werden. Neben zig Medienvertretern werden auch Helfer, die immer wieder Suchaktionen nach der 21-Jährigen starteten, und Angehörige von Jenni S. erwartet. Vor dem Grauen Haus wird eine ganztägige Mahnwache abgehalten. Zumindest der strafrechtliche Abschluss in einer grausamen Causa nach über acht Jahren ...
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