Der Innviertler Motorradhersteller KTM ist auf Erholungskurs: Im ersten Halbjahr verkaufte der Leitbetrieb deutlich mehr Motorräder, der Umsatz der Muttergesellschaft stieg um 65 Prozent auf 701 Millionen Euro. Der Preis: Innerhalb eines Jahres haben 700 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren.
Die Bajaj Mobility – Muttergesellschaft von Motorradhersteller KTM – hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 65 Prozent auf 701 Millionen Euro gesteigert. Getrieben war diese Entwicklung durch die wieder anziehenden Verkäufe: Der Motorrad-Umsatz der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS stieg um 109 Prozent auf knapp 580 Millionen Euro. In direkten Verkaufszahlen ausgedrückt: Die Innviertler verkauften heuer bereits 89.000 Motorräder dieser drei Marken – um rund 43.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dazu kommen noch rund 58.500 Motorräder, die der neue Mehrheitseigentümer Bajaj Auto in Indien verkauft hat.
Damit befindet sich der oberösterreichische Leitbetrieb nach seiner Insolvenz im Herbst 2024 weiter auf Erholungskurs. Das Betriebsergebnis verbesserte sich von zuvor -256 Millionen Euro auf nunmehr -25 Millionen Euro (der Sanierungsgewinn infolge der Insolvenz ist hier herausgerechnet).
Sparprogramm
Die Fixkosten hat das Unternehmen laut eigenen Angaben im ersten Halbjahr um knapp 66 Millionen Euro gesenkt. Zu den Restrukturierungsmaßnahmen zählte auch, wie berichtet, der Abbau von Stellen, vor allem im Angestelltenbereich und im mittleren Management, sowie weitere organisatorische Straffungen. Unter dem Strich beschäftigt der Leitbetrieb nun 3600 Mitarbeiter – um 700 weniger als noch vor einem Jahr.
Konzernchef Gottfried Neumeister zeigt sich zufrieden mit dem heurigen Geschäftsverlauf. Man habe das Vertrauen der Kunden wieder gewonnen und den Umsatz verdoppelt. „Wir verkaufen mehr Motorräder zu besseren Preisen, mit deutlich weniger Discounts und reduzierter Kostenbasis“, meinte er. Man habe nun 18 Monate hart für den Turnaround gekämpft. „Wir haben im Vorjahr noch 165 Millionen Euro verloren, und das ins Positive zu drehen, ist ein großer Meilenstein.“
„Wachsen über dem Markt“
„Wir wachsen über dem Markt“, so Neumeister weiter, der das Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt sieht. Im Motoren- und Komponentenwerk arbeite man bereits in einer zweiten Schicht. Bei der E-Mobilität sei man weltweiter Pionier gewesen, diese sei auch weiterhin wichtig. Zum KTM- Stammwerk im oberösterreichischen Mattighofen legte Neumeister ein klares Bekenntnis ab. Der Stellenabbau Anfang des heurigen Jahres sei „weitgehend abgeschlossen“.
Zum Ausblick heißt es von KTM: Für die zweite Jahreshälfte 2026 liege der Schwerpunkt auf der weiteren Stabilisierung der Profitabilität. Eine Portfolio-Bereinigung, Effizienzsteigerungen und „fokussierte Steuerung des Produkt- und Projektportfolios“ stünden im Mittelpunkt.
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