Der Baukonzern Porr in Wien hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesteigert. Unter dem Strich blieben 36,4 Millionen Euro – um 23,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dazu hätten „klare Effizienzsteigerungen und konsequentes Kostenmanagement“ beigetragen, teilte das Unternehmen mit.
Trotz der selektiven Auftragsannahme sei die Pipeline voll: Zahlreiche Großaufträge stünden in Aussicht. Leistung und Umsatz seien durch den starken Winter geprägt gewesen. Vor allem der Hochbau habe erst später in die Bausaison starten können, während der Tiefbau ein deutliches Plus verzeichnet habe, hieß es in einer Aussendung weiter.
„Das erste Halbjahr 2026 war für die Porr ein äußerst dynamisches – wir konnten uns über eine Reihe von bedeutenden Neuaufträgen freuen, die zeigen, wie breit wir mit unserem Portfolio in allen Heimmärkten aufgestellt sind“, sagte CEO Karl-Heinz Strauss. Als Beispiele wurden die Chipfabrik für X-FAB in Erfurt (Deutschland) und der Neubau der Psychiatrie in der Klinik Favoriten in Wien genannt. Der Auftragsbestand sichere „eine gute Auslastung für die kommenden eineinhalb Jahre“.
Das erste Halbjahr 2026 war für die Porr ein äußerst dynamisches – wir konnten uns über eine Reihe von bedeutenden Neuaufträgen freuen.
Porr-CEO Karl-Heinz Strauss
In diesem Jahr sollen Leistung und Umfang um zwei bis vier Prozent wachsen. In Polen und Zentral- und Osteuropa liefen gerade zahlreiche Ausschreibungen, heißt es weiter. Aktuell arbeitet das Unternehmen etwa am Infrastrukturausbau in Osteuropa und an Sanierungen in Deutschland. „Wir vertiefen zudem unser Portfolio in Wachstumssegmenten wie Industriebau, Healthcare und leistbarem Wohnraum“, teilte das Management in einem Brief an die Aktionärinnen und Aktionäre mit.
Aktie rutscht tiefer
Der Gewinn je Aktie (EPS) kletterte im ersten Halbjahr 2026 um 34 Prozent auf 0,71 Euro. Am Donnerstag hat die Porr-Aktie auf die Präsentation der Geschäftszahlen aber mit Kursabschlägen reagiert. Im Frühhandel rutschten die Titel des Baukonzerns um fast zehn Prozent auf 36,7 Euro nach unten.
Die Ergebnisse im abgelaufenen Jahresviertel fielen laut Erste Group-Analystinnen und -Analysten nämlich gemischt aus. Die Produktions- und Umsatzzahlen lagen drei beziehungsweise vier Prozent unter den Schätzungen der Bank, während das EBIT von 42 Millionen Euro die Erste-Prognose um sechs Prozent und den Marktkonsens um acht Prozent übertraf. Porr hatte im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 20.801 Beschäftigte.
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