Spaniens Kriegsmarine hat die längste Zeit auf Harrier-Kampfjets der zweiten Generation gesetzt. Jetzt sind die Flugzeuge aber in die Jahre gekommen, Ersatz ist dringend nötig, aber nicht in Sicht. Damit droht das Deck von Spaniens Flugzeugträger Juan Carlos I. bald leer von Düsenjägern zu sein.
Denn das Flaggschiff der spanischen Armada ist nicht für jede Art Kampfjet gebaut. Nur senkrecht startende Flugzeuge können von der nach oben gebogenen Startbahn am Bug abheben. Solche Kampfjets sind die AV-8B Harrier II. Sie müssen aber dringend ersetzt werden.
2032 ist Schluss
Denn 2028 läuft der vertraglich fixierte Support für die Harrier-Flotte ab, die laut Fachmagazin „Simple Flying“ momentan aus zwölf Maschinen besteht. Für die Jahre danach kann Spanien den Flugbetrieb noch aufrechterhalten, indem alte US-Flugzeuge ausgeschlachtet werden. 2032 soll dann endgültig Schluss sein.
Kauf von F-35 abgesagt
Für danach ist aber noch kein Nachfolger in Sicht, der senkrecht von der Juan Carlos I. starten kann. Lange war die F-35B des US-Herstellers Lockheed Martin im Gespräch, vergangenes Jahr wurden die Vorverhandlungen aber ausgesetzt. Der Grund: Der Kauf der US-Jets war laut der spanischen Zeitung „El Pais“ unvereinbar mit dem Ziel der Regierung, 85 Prozent des zehn Milliarden Euro schweren Rüstungsplans in Europa auszugeben.
Stattdessen nahm Madrid eine „europäische Lösung“ ins Visier. Die gibt es aber nicht. Als einziges Kampfflugzeug aus europäischer Herstellung ist die Dassault Rafale-M für den Einsatz auf Flugzeugträgern optimiert. Sie braucht allerdings ein ausreichend langes Deck mit Fangseilen zum Landen. Ein solches besitzt die Juan Carlos I. nicht.
Neuer Flugzeugträger geplant
Momentan sieht es danach aus, dass die spanische Marine in wenigen Jahren ihre Kampfjet-Fähigkeiten verliert und vom Deck des Kriegsschiffs nur Hubschrauber starten werden. Die langfristige Lösung für Spanien: Einen neuen Flugzeugträger bauen. Der ist bereits in Planung, soll aber erst 2040 fertig sein ...
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