Als Follower werden gemeinhin die Abonnenten eines Social-Media-Accounts auf Facebook, Instagram & Co. bezeichnet. Der belgische Medienkünstler Dries Depoorter verleiht dem Begriff mit seinem Projekt „The Follower“ nun eine andere, durchaus beunruhigende Dimension: Er „verfolgt“ Instagram-Influencer mittels künstlicher Intelligenz im öffentlichen Raum.
Depoorters Projekt zeigt auf, wie leicht sich öffentlich zugängliche Daten - im konkreten Fall Instagram-Postings und über das Netz frei zugängliche Videokameras bzw. Webcams - miteinander verknüpfen lassen, um so zu offenbaren, was andernfalls verborgen geblieben wäre, nämlich wie auf Instagram veröffentlichte Fotos entstanden.
Wie stellte der Medienkünstler das an? Er zeichnete laut eigenen Angaben über mehrere Wochen hinweg die Bilder verschiedener offener Videokameras auf und glich diese anschließend mithilfe einer auf künstlicher Intelligenz basierenden Software mit all jenen Instagram-Fotos ab, die mit den Standorten der offenen Kameras „getaggt“, also markiert worden waren.
🔥NEW PROJECT!🔥
— Dries Depoorter (@driesdepoorter) September 12, 2022
'The Follower' is software searching how an Instagram photo was taken with the help of AI and open cameras.
Project page: https://t.co/Djzlu3rf39
YouTube video: https://t.co/WpD3gdkPIu
Support my work: https://t.co/lP6wVXSkJ3
🧵👇 pic.twitter.com/MEQ9kwz8mY
— Dries Depoorter (@driesdepoorter) September 12, 2022
— Dries Depoorter (@driesdepoorter) September 12, 2022
— Dries Depoorter (@driesdepoorter) September 12, 2022
„Leider etwas naiv“
Datenschutzaktivisten wie der EU-Parlamentsabgeordnete Fabien Bénétou zeigten sich angesichts des Projekts beunruhigt: Die Annahme, dass Überwachungsunternehmen und -institutionen nicht schon seit Jahren über etwas Vergleichbares verfügten, das von engagierten Expertenteams für Bilderkennung betrieben werde, scheine insbesondere angesichts der Enthüllungen durch NSA-Whistleblower Edward Snowden „leider etwas naiv“, twitterte er.
Unaufmerksame Politiker
Depoorter macht immer wieder mit seinen Medienprojekten zum Thema Datenschutz und Überwachung von sich reden. Im Vorjahr ließ er im Rahmen seines Projekts „The Flemish Scroller“ (siehe Video oben) mittels KI und Gesichtserkennung die via YouTube live gestreamten Parlamentssitzungen der belgischen Regierung nach Smartphones absuchen, um unaufmerksame und abgelenkte Politiker zu identifizieren und anschließend automatisiert auf Twitter und Instagram zu maßregeln.








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