Kommt per Chat

Neuer Facebook-Trojaner hebelt Virenschutz aus

Web
05.08.2011 11:37
Der Antivirenhersteller Eset warnt vor einem neuen Facebook-Trojaner, der sich derzeit weltweit auf dem Vormarsch befindet. Das Gefährliche daran: "Win32/Delf.QCZ", so der Name des Schädlings, deaktiviert nicht aktuelle Antivirenprogramme und lädt dann im Hintergrund weitere Malware herunter. Der Hauptverbreitungsweg ist dabei der Facebook-Chat, den viele Anwender häufig nutzen.

Der aktuelle Trojaner nimmt mit den Worten "Hi how are you" per Chat Kontakt mit seinen Opfern auf und gibt dabei vor, ein Freund aus der Freundesliste zu sein. Sein Ziel ist es, den Anwender zum Klick auf einen infizierten Videolink zu bewegen. Dieser enthält sogar den Namen des Nutzers. Wer darauf hereinfällt, installiert sich laut Eset einen angeblichen Flash-Player, der jedoch gefährliche Malware auf den Rechner herunterlädt. 

Dem Sicherheitsanbieter zufolge gibt es bereits hohe Infektionsraten in Zentral- und Osteuropa. Besonders betroffen sind die Ukraine, Russland, Weißrussland, die Slowakei, Tschechien sowie Serbien und Montenegro. Die Verbreitung gehe rasant voran und schwappe gerade nach Israel, Thailand und Malaysia, warnen die Sicherheitsexperten. In Westeuropa seien ebenfalls erste Infektionen registriert worden.

"Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, wenn man Facebook nutzt", sagte Robert Lipovskym, Malware Researcher bei Eset. "Wenn Freunde plötzlich in einer anderen Sprache als gewohnt Kontakt aufnehmen, sollte man hellhörig werden und gegebenenfalls den Chat schließen. Auch der angebotene Videolink ist verdächtig, da er YouTube eher mäßig imitiert." Generell, so der Experte weiter, sollte man bei Links vorsichtig sein. Oftmals würden sie von Freunden im guten Glauben verschickt, nichts Gefährliches anzurichten.

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