Apple hats vorgemacht

Android: Google will Nutzer-Tracking einschränken

Web
17.02.2022 09:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Online-Werbebranche muss sich nach dem iPhone-Schock auch auf neue Tracking-Spielregeln bei Smartphones mit dem Betriebssystem Android einstellen. Google als Android-Entwickler kündigte Maßnahmen für den stärkeren Schutz der Privatsphäre an, die in den kommenden Jahren entwickelt werden sollen.

Die Basis für das bisherige Geschäft mit Online-Werbung auf Smartphones war eine Identifikationsnummer, mit deren Hilfe die Anzeigenbranche Informationen über Interessen eines Nutzers sammeln und für ihn personalisierte Anzeigen spielen konnte.

Tracking-Schutz bei Apple kostet Meta Milliarden
Doch im vergangenen Jahr versetzte Apple dem Modell einen schweren Schlag: App-Anbieter müssen iPhone-Nutzer nun ausdrücklich um Erlaubnis fragen, wenn sie ihr Verhalten über verschiedene Apps und Dienste hinweg nachverfolgen wollen. Zahlreiche Menschen lehnen dies ab. Unter anderem der Facebook-Konzern Meta bekam das zu spüren und schätzte jüngst, dass die neuen Apple-Regeln in diesem Jahr den Umsatz um zehn Milliarden Dollar drücken könnten.

Google kündigte nun an, zum einen solle das Teilen von Nutzerinformationen mit Dritten - also etwa mit Datenhändlern der Werbeindustrie - eingeschränkt werden. Auch wolle man Lösungen finden, die ohne die bisherige Werbe-ID für die Datensammlung quer durch verschiedene Apps auskommen.

Zugleich distanzierte sich Google - ohne Apple beim Namen zu nennen - von der Vorgehensweise des iPhone-Konzerns. Andere Plattformen hätten „barsch“ bisherige Mechanismen eingeschränkt, hieß es in einem Blogeintrag. Das sei ohne Alternativlösung ineffizient und schlecht für den Schutz der Privatsphäre und das Geschäft der App-Entwickler. Google wolle stattdessen heutige Funktionen mindestens zwei Jahre unterstützen, während an neuen Lösungen gearbeitet werde.

8 von 10 Smartphones laufen mit Android
Android hat im globalen Smartphone-Geschäft einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Der Rest entfällt auf iPhones. Zugleich ist die Verteilung unterschiedlich von Land zu Land - im lukrativen US-Markt etwa wird der iPhone-Anteil auf rund die Hälfte geschätzt.

Google sind bei Änderungen der Regeln zum Umgang mit Nutzerdaten angesichts der eigenen Rolle im Online-Werbemarkt viel stärker die Hände gebunden als Apple. Der Internet-Konzern muss aufpassen, dass ihm nicht vorgeworfen wird, das eigene Anzeigengeschäft zu bevorteilen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
17.02.2022 09:09
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt