09.11.2021 23:05 |

Zwei durchgefallen

Nur dieses SUV brilliert in neuem Seitencrashtest

Autohersteller entwickeln die Struktur ihrer Fahrzeuge so, dass sie aktuelle Crashtestanforderungen erfüllen. Die meisten erhalten gute Noten und gelten dementsprechend als sicher. Doch was passiert, wenn man die Crashtestanforderung ändert? Ein renommiertes US-Sicherheitsinstitut hat einen verschärften Seitenaufpralltest entwickelt - und den hat nur eines von 20 getesteten SUVs bestanden.

Es ist der Mazda CX-5, der sich als Bester seiner Klasse durchgesetzt hat, als Einziger mit einem „Good“, also Gut als Gesamtergebnis.

Das amerikanische Institut der Versicherer für Verkehrssicherheit (Insurance Institute for Highway Safety, IIHS) hat die Prüfanordnung nicht deshalb deutlich verschärft, um die Hersteller zu foppen, sonmdern weil seitliche Kollisionen im Jahr 2019 für fast ein Viertel der Verkehrsopfer in den USA verantwortlich waren.

„Wir haben den Test neu aufgestellt, weil wir glaubten, dass in diesem Bereich Raum für weitere Entwicklungen vorhanden ist, und das gute Ergebnis für den Mazda CX-5 bestätigt uns, dass ein besserer Schutz der Insassen möglich ist“, erklärte der Präsident der Organisation, David Harkey.

Die Fahrzeugstruktur des CX-5 überstand dabei den Crash sehr gut, und die Airbags schützten die Köpfe und den Oberkörper der eingesetzten Dummies. Außerdem stellten die Tester nur ein sehr geringes Eindringen in die Fahrgastzelle fest. Dadurch verringert sich das Verletzungsrisiko, bescheinigte das IIHS dem Modell, das noch einmal ein Facelift erhält.

Neun Kandidaten immerhin zufriedenstellend
Insgesamt erzielten weitere neun Modelle das Ergebnis „acceptable“. Dazu gehören unter anderem Audi Q3, Honda CR-V, Subaru Forester, Toyota RAV4 und der Volvo CX40. Die anderen getesteten Modelle konnten die Anforderungen nicht oder nur teilweise erfüllen.

Als „marginal“, was „ausreichend“ entspricht, wurden u.a. Hyundai Tucson, Jeep Compass, Jeep Renegade und Kia Sportage bewertet.

Zwei Kandidaten sind mit „poor“/„ungenügend“ durchgefallen: Honda HR-V und Mitsubishi Eclipse Cross.

Erwartbare Schwächen
„Die Ergebnisse sind nicht gut, doch wir haben auch nichts anderes erwartet, nachdem wir die Testanordnung verschärft haben“, analysiert Chefingenieurin Becky Mueller die Ergebnisse. Der Mazda CX-5 erzielte in allen gemessenen Parametern beste bis gute Noten.

Seit dem Jahr 2003 führt das Sicherheitsinstitut der amerikanischen Versicherer diesen Crashtest durch, und seitdem hat sich die Sicherheit der Fahrzeuginsassen deutlich verbessert. Damals erreichte nur eines von fünf Modellen eine gute Note. Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung haben sich die Chancen, einen schweren Seitenaufprall zu überleben, inzwischen um 70 Prozent verbessert.

So werden die Fahrzeuge geprüft:
Um diese Unfälle noch besser zu simulieren, hat das Institut die Prüfung deutlich verschärft. Dabei müssen die Fahrzeuge jetzt den Kontakt mit einem 1,9 Tonnen schweren Schlitten überstehen, der mit einer Geschwindigkeit von rund 60 km/h auf die Seite prallt. Bisher wurde ein 1,5 Tonnen wiegender Schlitten mit rund 50 km/h auf den Crashkurs geschickt. Das Ergebnis ist eine um 82 Prozent erhöhte Aufprallenergie. Dank seiner Wabenstruktur verhält sich die neue Barriere beim Aufprall zudem mehr wie ein echtes SUV oder ein Pick-up.

Mit der neuen Testmethode reagieren die amerikanischen Versicherer auf die Zunahme dieser Modelle auf den Straßen. SUV und Pick-ups haben in den USA einen Anteil von rund 80 Prozent erreicht. Beim europäischen NCAP-Test prallt eine deformierbare Barriere mit einem Gewicht von 1300 Kilo mit 50 km/h auf die Seite des Testfahrzeugs. (aum)

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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