25.10.2021 07:42 |

Beschwerde bei SEC

Weiterer Whistleblower packt gegen Facebook aus

Facebook sieht sich nach den Vorwürfen der Whistleblowerin Frances Haugen mit Anschuldigungen eines weiteren Ex-Mitarbeiters konfrontiert. Der namentlich nicht genannte Informant wirft dem US-Internetriesen vor, im Umgang mit problematischen Inhalten eigene Geschäftsinteressen in den Vordergrund gestellt zu haben.

Einem Bericht der „Washington Post“ zufolge soll der Whistleblower Beschwerde bei der US-Börsenaufsicht SEC eingelegt haben. Darin berichtet er über interne Vorgänge im Jahr 2017, als Facebook vor der Frage stand, wie es mit der Kontroverse um die mutmaßliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl 2016 umgehen sollte.

„In der Zwischenzeit drucken wir Geld im Keller“
„Es wird ein Strohfeuer sein“, habe damals einer von Facebooks PR-Managern, Tucker Bounds, gesagt. „Einige Abgeordnete werden sauer werden. Und in ein paar Wochen werden sie sich dann mit etwas anderem beschäftigen. In der Zwischenzeit drucken wir Geld im Keller und es geht uns gut“.

Dem Bericht der „Washington Post“ zufolge wirft der Whistleblower den Facebook-Managern vor, den Kampf gegen Desinformation und andere problematische Inhalte regelmäßig behindert zu haben, weil sie befürchtet hätten, den damaligen US-Präsidenten Donald Trump zu verärgern oder Nutzer abzuschrecken.

Gewinne über Sicherheit gestellt
Die frühere Facebook-Produktmanagerin Haugen hatte ihrem Ex-Arbeitgeber vorgeworfen, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen. „Ich glaube, dass die Produkte von Facebook Kindern schaden, Spaltung anheizen und unsere Demokratie schwächen“, sagte sie Anfang Oktober bei einer Anhörung im US-Kongress.

Facebook hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesenen. Die Enthüllungen haben aber die Rufe nach einer strengeren Regulierungen von Facebook und Internetkonzernen insgesamt verstärkt.

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