Statt Lunar Rover

Startet dieses Motorrad zur nächsten Mond-Mission?

Motor
17.10.2021 00:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für ihre bemannten Mondmissionen Anfang der 1970er-Jahre entwickelte die US-Raumfahrtbehörde NASA unter anderem ein vierrädriges Expeditionsauto namens Lunar Roving Vehicle. Gut 50 Jahre nach dem ersten Einsatz des extraterrestrischen Stromers hat sich der russische Designer Andrey Fabishevsky überlegt, wie wohl ein Zweirad-Pendant ausgesehen hätte.

Auf Grundlage seiner Computerretuschen baute der deutsche Customizer-Spezialist Hookie aus Dresden nun ein echtes „Lunar-Bike“ namens Tardigrade auf. Auch wenn dieses Einzelstück nicht nach strengen technischen Vorgaben für den Einsatz bei einer Weltraumexpedition entwickelt wurde, hat es eine dem angedachten Zweck angemessene Optik. Davon waren die Kuratoren des Peterson Automotive Museum in Los Angeles jedenfalls derart beeindruckt, dass sie ab Mitte Oktober das E-Bike aus Deutschland im Rahmen ihrer Sonderausstellung ADV:Overland zeigen.

Zu sehen gibt es ein langgestrecktes E-Bike auf riesigen und futuristisch wirkenden Rädern, die einarmig geführt werden. Getragen wird das Elektro-Motorrad von einer luftig-leicht wirkenden Gitterrahmenstruktur, in deren Zentrum die mit Silberfolie umwickelte Akku- und Antriebstechnik des schwedischen E-Motorradspezialisten Cake steckt. Die Ästhetik des Tardigrade vermittelt den Eindruck eines streng auf Funktionalität reduzierten Lastenhefts. Schnörkel, Zierrat oder elegante Linien? Fehlanzeige. Gleichzeitig bietet das Bike ein paar technische Spielereien: So gibt es eine elektronische Drive-by-Wire-Lenkung, die per E-Motor und App gesteuert wird. Außerdem wurden die selbstverständlich luftlosen Reifen im 3D-Drucker aus robustem Material mit Karbonanteilen gefertigt.

Antriebstechnisch bleibt das 2,60 Meter lange und 134 Kilogramm schwere Gefährt hingegen unspektakulär. Als Höchstgeschwindigkeit nennt Hookie lediglich 15 km/h, während die Reichweite mit 110 Kilometer recht üppig ausfällt. Zum Vergleich: Die tatsächlich auf dem Mond eingesetzten und dort zudem verbliebenen Lunar Rover waren auf 90 Kilometer Reichweite ausgelegt, was angesichts ihrer relativ kurzen Ausflüge übrigens mehr als ausreichend war. (SPX)

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