Grundsätzlich will die EU-Kommission das Online-Glücksspiel neuen Regeln unterwerfen. Dabei geht es vor allem um Milliardengewinne, die bisher größtenteils am Fiskus vorbeigehen. Nach Kommissionsangaben gab es 2008 in der EU schätzungsweise rund 15.000 Glücksspielseiten im Internet - 85 Prozent davon ohne gültige Lizenz.
Experten gehen für 2008 allein in Europa von einem Branchenumsatz von mehr als sechs Milliarden Euro aus. Der Verband der Onlinesparte EGBA beziffert die Erträge sogar auf mehr als acht Milliarden Euro. Nach Berechnungen wird sich die Summe bis 2013 sogar verdoppeln.
Die größten Einnahmen wurden 2008 mit fast zwei Milliarden Euro in Großbritannien eingefahren. Online-Angebote - etwa für Poker oder Sportwetten - boomen vor allem in den EU-Staaten, in denen es strenge Glücksspielregelungen oder -monopole gibt. Dazu gehören Deutschland, Frankreich und Schweden.
Der zuständige EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte eine umfassende Untersuchung bereits im vergangenen Jahr angekündigt, aber immer wieder verschoben. Die Anhörung soll Klarheit über nationale Regeln für Glücksspiele schaffen und wie Gebühren erhoben werden können. Zudem soll überprüft werden, wie gegen Spielsucht vorgegangen und Betrügern und Geldwäschern im Internet das Handwerk gelegt werden kann.
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