Unterstützung gefragt

Wenn Jugendliche „Mama“ werden

„YoungMum“ unterstützt unter 20-Jährige während ihrer Schwangerschaft, der Geburt ihres Kindes und im ersten Jahr mit Baby. Oft ist nicht nur medizinische Hilfe vonnötigen. Auch soziale und andere Probleme müssen abgeklärt werden.

„Nachwuchs ist unterwegs!“ Was für erwachsene Paare meist eine freudige Nachricht ist, wird für Teenager oft zur Belastungsprobe. „Wird sich mein Körper stark verändern?“, „Wie spüre ich das Baby?“ und „Kann ich etwas falsch machen?“ zählen zu den häufigsten Fragen der Mädchen, berichtet Klaudia Awad-Logar, Hebamme bei „YoungMum“, St. Josef Krankenhaus, Wien. Kein Wunder, denn der Bezug zum Thema Mutterwerden ist z.B. bei einer 14-Jährigen natürlich noch nicht da. Viele verdrängen auch monatelang ihre Schwangerschaft. „Dazu kommt, dass Jugendliche leider manchmal rauchen, Alkohol trinken oder sich ungesund ernähren“, erklärt OA Dr. Stefan Zawodsky, medizinischer Leiter der „YoungMum“ Geburtshilfe. Umso wichtiger ist, dass diese Teenager Unterstützung erhalten.

Wie passiert das? „Wir bestärken sie und sagen ihnen, wie toll wir es finden, dass sie sich Gedanken machen und Fragen stellen“, so Klaudia Awad-Logar. Positive Verhaltensänderungen hinsichtlich ihres Gesundheitsverhaltens heben wir hervor, z.B. wenn die Jugendlichen nicht mehr eine Packung Zigaretten rauchen, sondern „nur“ mehr zehn Stück. „,Du bist bereit, etwas für dein Baby zu tun, das ist toll‘, loben wir dann“, nennt die erfahrene Hebamme ein Beispiel und hilft bei der weiteren Reduzierung der Menge.

Sie unterstützt die Mädchen auch dabei, eine Beziehung zu ihrem Ungeborenen aufzubauen. „Meine Hebammen-Kollegin und ich nehmen die Teenies gleichsam an der Hand und vereinbaren für sie etwa Termine im Rahmen des Mutter-Kind-Passes. Das Thema Geburtsvorbereitung (wie läuft eine Entbindung ab, wie komme ich mit Wehen zurecht etc.), aber auch Fragen zum Leben mit Baby (halten, stillen, baden usw.) machen daher einen Schwerpunkt der Beratung aus.“

Auch Hilfe bei Geldsorgen oder Wohnungsnot
Das Team von „YoungMum“ hilft aber genauso bei sozialen Problemen (etwa Geldsorgen oder Wohnungsnot), betont OA Dr. Zawodsky. „Unser erklärtes Ziel ist es, dass wir gemeinsam eine Lösung für die Probleme finden. Dadurch gelingt es vielen Mädchen, sich gut auf die Schwangerschaft einzustellen und sich auf das Baby zu freuen“, so der medizinische Leiter weiter. Hilfreich ist weiters juristische Auskunft und die Unterstützung bei Behördenwegen.

Gespräche mit Psychologinnen sind ebenfalls möglich. Beratungen finden hauptsächlich in Einzelgesprächen statt (oder zusätzlich mit dem Kindsvater). Gruppentreffen sind aufgrund der Corona-Pandemie derzeit erst wieder im Aufbau - dort wurden früher oft langjährige Freundschaften geschlossen. Mädchen, die Kontakt zu „YoungMum“ aufnehmen möchten, rufen am besten unter 01/87844-7311 an oder schreiben eine E-Mail.

YoungMum

YoungMum“ wird über Spenden finanziert:

  • St. Josef Krankenhaus GmbH/YoungMum: Raiffeisenlandesbank OÖ, IBAN: AT75 3400 0002 0262 9590, BIC: RZOOAT2L
  • Am 15.11. bitten zudem die „Musical Mamis & Papis“ (darunter Elisabeth Engstler und Marika Lichter) zu Musik und Comedy ins Wiener Metropol. Der Erlös kommt „YoungMum“ zugute. Tickets sind online oder unter 01/407 77 407 erhältlich.
Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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Dienstag, 19. Oktober 2021
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