Pilotversuch

Facebook fragt: Sind Ihre Freunde Extremisten?

Digital
04.07.2021 07:00

Das soziale Netzwerk Facebook testet in den USA im Zuge einer Initiative gegen Extremismus neue Funktionen, die Nutzer vor Radikalisierung und Desinformation schützen sollen. Teil dieser Initiative sind Warnungen bei Betrachtung extremistischer Inhalte sowie Dialoge, in denen Facebook den Nutzer fragt, ob dieser den Eindruck habe, in seinem Bekanntenkreis gäbe es Extremisten.

Wie das IT-Portal „CNET“ berichtet, konfrontiert Facebook Nutzer in den USA neuerdings mit der Frage: „Machen Sie sich Sorgen, dass jemand, den Sie kennen, zum Extremisten wird?“ Man nehme den Kampf gegen radikalisierende Inhalte ernst und biete Unterstützung an.

Zitat Icon

Gewaltbereite Gruppierungen versuchen, Ihre Wut und Enttäuschung zu manipulieren. Sie können etwas dagegen tun und sich und andere schützen.

Warnhinweis auf Facebook

Auch mit Extremismus-Warnungen wird experimentiert: Bei entsprechenden Inhalten zeigt Facebook einen Warnhinweis, in dem es heißt: „Gewaltbereite Gruppierungen versuchen, Ihre Wut und Enttäuschung zu manipulieren. Sie können etwas dagegen tun und sich und andere schützen.“

Kampf gegen Extremisten im Netz
Mit den Warnhinweisen und Nutzerdialogen will Facebook gegen Extremismus in der virtuellen Welt kämpfen, bevor dieser in reale Gewalt mündet wie etwa Anfang Jänner, als radikalisierte Trump-Anhänger das US-Kapitol in Washington gestürmt haben. Kritik an Internetfirmen wie Facebook, Google oder Twitter, auf deren Angeboten immer wieder extremistische Inhalte verbreitet werden, gibt es freilich schon länger.

Die aktuelle Initiative in den USA rührt etwa vom sogenannten „Christchurch Call to Action“ her: einer internationalen Initiative von Regierungen und IT-Unternehmen, die nach dem Massaker von Christchurch im Jahr 2019 lanciert wurde, bei dem ein rechtsextremer Terrorist mehr als 50 Menschen in neuseeländischen Moscheen ermordet hatte.

Facebook: „Dieser Test ist Teil unserer größeren Bemühungen, Wege zu erkunden und Ressourcen anzubieten, um Menschen auf Facebook zu unterstützen, die sich mit extremistischen Inhalten befasst haben, damit konfrontiert wurden oder jemanden kennen, der in dieser Hinsicht gefährdet ist.“ Erarbeitet habe man das Angebot mit NGOs und Wissenschaftlern.

Man hoffe, mit Initiativen wie dieser die Flut an extremistischen Inhalten auf Facebook eindämmen zu können: Im letzten Jahresviertel 2020 musste das soziale Netzwerk 26,9 Millionen extremistische Postings löschen. Im Quartal davor waren es noch knapp über 22 Millionen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Digital
04.07.2021 07:00
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

krone.at
krone.at
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt