Wahre Schlammschlacht

Hegseth vergleicht Reporter mit „Feinden Jesu“

Medien
16.04.2026 20:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Kriegsminister Pete Hegseth zieht Vergleiche zwischen den Feinden des christlichen Heilsbringers Jesus und kritischen Journalisten. Bei einer Pressekonferenz im Pentagon zum Krieg der USA und Israels gegen den Iran griff er zu einem bemerkenswerten Vergleich. Widerstand kommt erneut aus dem Vatikan ...

Hegseth verglich Journalisten am Donnerstag mit den Pharisäern, den jüdischen Widersachern Jesu Christi. Wie diese trachteten die Medien danach, ihn zu zerstören, erklärte der ehemalige Fox-News-Moderator, der sich in der Vergangenheit selbst als „christlicher Krieger“ bezeichnete. Er beziehe sich in seiner Kritik auf die „etablierte, Trump hassende Presse“.

Deren verhärtete Herzen seien nur darauf ausgerichtet, alles Negative zu suchen und gute Taten anzufechten. Hegseth reagierte damit auf die aus seiner Sicht negative Berichterstattung über den Krieg.

Widerstand aus dem Vatikan
Die Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Papst Leo XIV. Der erste in den USA geborene Pontifex ist ein Kritiker des Krieges.

Weniger als eine Stunde nach der Pressekonferenz schrieb der aus Chicago stammende Papst auf der Plattform X: „Wehe denen, die die Religion und den Namen Gottes für ihre eigenen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke manipulieren und das Heilige in Dunkelheit und Schmutz ziehen.“

Streit hat eine Vorgeschichte
Der Streit hatte sich in dieser Woche verschärft, nachdem Trump in den sozialen Medien Bilder verbreitet hatte, die ihn in der Umarmung von Jesus oder selbst als jesusähnliche Figur zeigten. Hegseth und Trump nutzen im Kontext des Krieges zunehmend christliche Rhetorik.

So bezeichneten beide die Rettung eines im Iran abgeschossenen US-Piloten am Ostersonntag als Wunder. Hegseth hatte außerdem im vergangenen Monat bei einem Gottesdienst dafür gebetet, dass die Truppen „überwältigende Gewalt gegen diejenigen ausüben können, die keine Gnade verdienen“.

Zwar hätten US-Regierungen in Kriegszeiten oft auf den christlichen Glauben verwiesen, die Trump-Regierung hebe sich jedoch durch ihre unmissverständliche religiöse Sprache ab, erklärte der Historiker John Fea. Hegseth führt zudem einen beispiellosen Rechtsstreit mit den Medien wegen der Akkreditierungsrichtlinien des Pentagons.

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