30.06.2021 09:07 |

Behörde sieht Chancen

Banken wollen Geldwäsche mit „Regtech“ bekämpfen

Die zunehmende Abhängigkeit der Geldhäuser von Automatisierungstechnologien treibt die EU-Bankenaufseher um. Wie die in Paris ansässige europäische Bankenbehörde EBA mitteilte, lassen sich mit solchen Verfahren unter anderem Routineaufgaben in der Bankenaufsicht beschleunigen und menschliche Irrtümer verringern.

Bei der Aufsicht fehlten aber gemeinsame Standards in den EU-Ländern für diesen wachsenden Technologiesektor. Das könne eine Hürde für eine breitere Annahme solcher Verfahren darstellen, heißt es in einem Bericht der Behörde.

Mittel gegen Geldwäsche und Betrug
Derartige Technologien zur Digitalisierung des Meldewesens werden im Fachjargon häufig als „RegTech“ bezeichnet. Banken können mit ihrer Hilfe Geldwäsche-Überprüfungen automatisieren, Geldtransaktionen auf Betrugshinweise überprüfen, große Datenmengen an Aufseher schicken oder bewerten, ob Kunden für einen Kredit infrage kommen.

Laut EBA müsse deren Kenntnis bei Aufsehern und Regelsetzern verbessert werden. Längerfristig könnten in der Europäischen Union zudem weitere Schritte ausgelotet werden, wie etwa die Schaffung einer EU-weiten Datenbank für RegTech-Lösungen oder eine mögliche Zertifizierung solcher Instrumente.

Hindernisse bei Banken und Tech-Firmen
Die meisten Hindernisse für eine stärkere Nutzung derartiger Technologien lägen aber innerhalb der Banken und der Technologie-Firmen selbst, erklärte die EBA. Dazu zählen die Gewährleistung einer hinreichenden Datenqualität, die Verbesserung interner Prozesse der Unternehmenssteuerung und ein adäquates Wissen um solche Verfahren.

Dabei betonte die EBA, dass sie sich im Hinblick auf diese Instrumente neutral verhalte. Es würden keine Technologien bevorzugt behandelt. Die wesentlichen Ergebnisse ihres Berichts will die EBA im vierten Quartal auf einem der Öffentlichkeit zugänglichen Webinar präsentieren.

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