27.06.2020 12:21 |

Weitreichende Folgen

Wirecard-Pleite macht Fintech-Kunden wütend

Der Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters Wirecard hat Auswirkungen auf junge britische Finanzfirmen. Weil Großbritanniens Finanzaufsicht FCA Restriktionen über die britische Wirecard-Tochter verhängt hat, müssen nun auch einige kleinere, IT-orientierte Finanzfirmen (Fintechs), die Dienstleistungen von Wirecard beziehen, ihr eigenes Geschäft einschränken.

Empörte Kunden machten ihrem Ärger in sozialen Medien Luft: „Ist mein Geld sicher? Wann bekomme ich es zurück? Sie lassen mich nichts abheben und keine Lieferanten bezahlen! Was zum Teufel ist da los???“, twitterte ein Kunde des Geschäftskonto-Anbieters ANNA. Der Kartenanbieter Curve berichtete über eine Störung seiner Dienstleistungen und riet seinen Kunden, vorläufig andere Zahlungswege zu nutzen. Die Online-Bank Revolut musste sich ebenfalls Ersatz für Wirecard suchen.

Direkt von der Wirecard-Pleite betroffen ist die Zahlungsapp Boon, die zu Wirecard gehört. Boon-Kunden berichten auf Twitter, dass sie nicht an ihre Guthaben kommen und nicht mit Boon bezahlen können. Der deutsche Revolut-Konkurrent N26 hingegen ist nach eigenen Angaben nicht betroffen. Die von Österreichern gegründete Smartphone-Bank erklärte, die Zusammenarbeit mit Wirecard 2016 beendet zu haben und seither eine eigene Banklizenz in Deutschland zu haben.

Weitreichende Folgen
Fintech-Expertin Sarah Kocianski von der Beratungsfirma 11:FS warnte, die Auswirkungen der Wirecard-Krise seien eine Herausforderung für digitale Finanzdienstleister. Das Problem könne die ganze Fintech-Branche erfassen. „Die Kunden könnten die jungen Firmen in Zweifel ziehen, zu denen sie ja erst kürzlich in großer Zahl gewechselt sind“, sagte sie.

1,9 Milliarden Euro „verschwunden“
Wirecard hatte Anfang der Woche Insolvenz angemeldet, nachdem 1,9 Milliarden Euro, die das Unternehmen auf Treuhänderkonten verbucht hatte, „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ nicht existieren. Deswegen prüft der Konzern die nachträgliche Korrektur seiner Bilanzen: „Mögliche Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse vorangegangener Geschäftsjahre können nicht ausgeschlossen werden“, hieß es.

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