Düstere Mitteilungen

Google hilft: Twitter trotz Internet-Verbot in Ägypten

Web
01.02.2011 10:16
Der Internetgigant Google hilft der ägyptischen Opposition bei der Kommunikation. Nachdem das Internet von der unter Beschuss geratenen Regierung gekappt wurde, soll es für die Ägypter trotzdem möglich sein, sich per WWW Gehör zu verschaffen. Google hat zu diesem Zweck internationale Rufnummern eingerichtet, über die ägyptische Bürger Sprachnachrichten hinterlassen können. Diese werden dann auf Twitter veröffentlicht, so Google. Doch die ägyptische Regierung plant bereits, auch das Mobilfunknetz zu verbieten.

Wie das kalifornische Unternehmen am Montag in seinem Firmenblog mitteilt, soll die Sprachnachricht bei den internationalen Rufnummern +1 650 419 4196 oder +39 06 62 207 294 oder +97 316 199 855 hinterlassen werden. Sie wird dann unter demSchlagwort "egypt" augenblicklich bei Twitter veröffentlicht. Sie können über dieselben Nummer oder über twitter.com/speak2tweet gehört werden.

Nach Google-Angaben arbeite eine kleine Gruppe von Experten von Twitter, Google und SayNow - einer Firma, die Google in der vergangenen Woche gekauft habe - an dem Service.

Düstere Appelle
Unter den zahlreichen bereits veröffentlichten Nachrichten sind Appelle auf Englisch ebenso wie Arabisch. Die Anrufer aus verschiedenen Teilen Ägyptens erklären, die Welt solle wissen, dass sie vom Internet abgeschnitten worden seien, auch das Handynetz werde nicht mehr lange verfügbar sein. Die Menschen sollen nicht auf sie vergessen und die geliebten Menschen sich nicht wundern, wenn sie bald kein Lebenszeichen mehr aus Ägypten empfangen, heißt es in diversen Nachrichten.

Mehr Ägypter sollen gehört werden
Google schreibt in seinem Blog weiter, dass das Unternehmen hoffe, den Menschen in Ägypten in dieser sehr schwierigen Zeit bei ihrer Kommunikation helfen zu können. Das Team sei wie viele andere Menschen gebannt von den Nachrichten aus Ägypten, so Google. Über das Wochenende sei daraus die Idee geboren, "es mehr Ägyptern zu ermöglichen, gehört zu werden". Die Nachricht wurde von Ujjwal Singh, dem Mitbegründer von SayNow, und dem Google-Produkt-Manager für den Nahen Osten und Nordafrika, AbdelKarim Mardini, im Blog veröffentlicht.

Mobilfunk soll wie bereits das Internet gekappt werden
Wie lange es den Ägyptern noch möglich sein wird, sich der Außenwelt mitzuteilen, ist allerdings fraglich. Nachdem die ägyptische Regierung auch den letzten Internetprovider zur Stilllegung des Netzes gezwungen hat, will sie nun auch noch das Mobilfunknetz kappen. Das berichteten Medien und Regierungsvertreter in der Nacht auf Dienstag.

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