25.05.2021 13:10 |

20 Sitze im Test

Fünf Kindersitze durchgefallen - einer fliegt!

Das sind Bilder, die Eltern nicht sehen wollen: Ein Kindersitz fliegt bei einem (simulierten) Unfall ungebremst durchs Auto. Wäre der Dummy ein Kind, es wäre zumindest schwer verletzt, wenn nicht tot. Dies ist einer von fünf Kindersitzen, die im aktuellen Test des ÖAMTC durchgefallen sind. Es waren nicht alle 20 Kandidaten schlecht, aber „sehr gut“ wurde keiner bewertet.

Die gute Nachricht: Immerhin zwölf der hinsichtlich der Kriterien Sicherheit, Bedienung, Ergonomie sowie Schadstoffgehalt getesteten Sitze wurden mit „Gut“ bewertet, drei schnitten immerhin „befriedigend“ ab. Auch wichtig zu wissen: Die vier durchgefallenen Exemplare, die nicht oben im Video zu sehen sind, wurden nicht wegen Sicherheitsmängeln abgewertet, sondern wegen ihrer hohen Schadstoffbelastung.

Sitz löste sich von der Basis
Der Chicco Kiros i-Size mit Basis fiel als einziger im Test durch Sicherheitsmängel auf: Die Schale löste sich bei den Crashtests von der Basis. Der Hersteller wurde vor Veröffentlichung des Ergebnisses informiert und hat bereits auf die schlechte Bewertung reagiert: Chicco startete einen Rückruf und tauscht die Isofix-Station gegen eine verbesserte Konstruktion.

Schadstoffe sind ein relativ neues Problemthema
„Seit einigen Jahren taucht immer wieder das Problem gesundheitsgefährdend hoher Schadstoffbelastung in den verwendeten Stoffen auf. Das kann auch namhafte Hersteller treffen, wie z.B. heuer BeSafe mit dem iZi Go Modular X1 i-Size (mit und ohne Basis), aber auch Marken wie Osann mit dem Oreo 360° und Swandoo mit dem Marie 2“, erläutert ÖAMTC-Kindersitz-Experte Steffan Kerbl.

Auch zwei der hier betroffenen Hersteller haben reagiert. Osann bietet den Tausch der schadstoffhaltigen Schulterpolster und Swandoo den Tausch der belasteten Sitzbezüge an.

Breites Feld guter und befriedigender Testkandidaten
Zwar schaffte heuer keiner ein „Sehr gut“, aber die Modelle Maxi Cosi Tinca (mit und ohne Basis) sowie der Peg Perego Primo Viaggio Lounge (mit Basis) und der Cybex Solution S i-Fix verfehlten es nur knapp: Maxi Cosi Tinca und Peg Perego Primo Viaggio Lounge wiesen eine leicht erhöhte Schadstoffbelastung auf, die noch im Rahmen war.

Beim Maxi Cosi Marble gab es leichte Abschläge für das hohe Gewicht und ein klobiges Äußeres. Die Testergebnisse des Cybex Solution S i-Fix dagegen blieben unauffällig - im Positiven wie im Negativen - und sorgten für ein „Gut“.

Ebenfalls „gut“ bewertet wurden der Axkid One und One+, der Cybex Pallas G i-Size, der Joie i-Traver, der Recaro Mako Elite 2 sowie der bereits erwähnte Chicco Kiros i-Size (allerdings ohne Basis).

Ein „befriedigend“ erreichten der Peg Perego Primo Viaggio 360 mit allgemein durchschnittlichen Testwerten sowie der Recaro Tian Elite und der Britax Römer Advansafix M i-Size. Die beiden Letztgenannten erzielten Bestnoten bei der Schadstoffüberprüfung, fielen aber bei Sicherheit und Bedienung zurück.

Der ÖAMTC empfiehlt grundsätzlich, das betreffende Kind zum Kindersitzkauf mitzunehmen und den zu kaufenden Sitz im eigenen Auto auszuprobieren. Denn nur, wenn der Kindersitz in puncto Größe und Gewicht zum Kind passt und korrekt eingebaut wurde, kann er im Fall des Falles einen optimalen Schutz bieten."

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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