Weil ein großer Lebensmittel-Logistikdienstleister in den Niederlanden zum Ziel einer Ransomware-Attacke mit einem Lösegeld-Trojaner geworden ist, kommt es in holländischen Supermärkten derzeit zu einer Käse-Knappheit. Abgepackter Käse könne nicht in der gewohnten Menge geliefert werden, erklärte der Lieferant.
Wie das auf IT-Security-Themen spezialisierte Nachrichtenportal „Threatpost“ berichtet, traf der Cyberangriff das Unternehmen am Osterwochenende. Die Angreifer machten sich offenbar die jüngst bekannt gewordenen Schwachstellen in Microsofts Exchange-Server zunutze, um ins Netzwerk von Bakker Logistiek einzudringen. Die IT wurde lahmgelegt, der Dienstleister musste seine Kunden über zu erwartende Lieferengpässe informieren.
Wir können weniger liefern, aber es wird nicht zu leeren Regalen führen.
Toon Verhoeven, Bakker Logistiek
Firmenchef Toon Verhoeven: „Wir können weniger liefern, aber es wird nicht zu leeren Regalen führen.“ Ein Mangel an Käse sei aber sehr wohl zu verzeichnen, meldete Albert Heijn, die größte Supermarktkette des Landes. Auf ihrer Website informierte sie die Kunden, dass es „aufgrund einer technischen Fehlfunktion derzeit beim abgepackten Käse eine limitierte Verfügbarkeit gibt.“
Kontrolle mittlerweile zurückerlangt
Nach Informationen des IT-Sicherheitsunternehmens Bitdefender konnte Bakker Logistiek die Kontrolle über seine IT-Infrastruktur mittlerweile zurück erlangen. Ob das von den Angreifern verlangte Lösegeld gezahlt wurde, hat das Unternehmen nicht verraten. Experten zufolge sei es aber wenig ratsam, im Fall einer Ransomware-Attacke auf die Forderungen der Cyberkriminellen einzugehen. Oft genug nehmen diese zwar das Lösegeld, entsperren dann aber mitnichten die kompromittierten Systeme.
Bester Schutz vor Ransomware-Attacken bleiben regelmäßige Backups: Wer wichtige Daten - egal ob privater oder unternehmerischer Natur - laufend sichert und auf einem nicht mit dem Netzwerk verbundenen Datenträger aufbewahrt, kann bei einem Ransomware-Angriff die unbrauchbar gemachten Daten aus dem Backup wiederherstellen, statt zu zahlen. Regelmäßige Updates sollten Business- wie Privatnutzer ebenfalls sicherstellen, um Sicherheitslücken, wie sie nun im Exchange-Server entdeckt wurden, schnell abzudichten.
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