Vitamin D und Kalzium werden seit Langem zur Prävention von Knochenbrüchen empfohlen, insbesondere für ältere Menschen. Eine kanadische Studie ist jetzt allerdings zu dem Schluss gekommen, dass weder Vitamin D noch Kalzium wesentliche Effekte haben.
Das Team um den klinischen Pharmazeuten Oliver Masse hat 69 Studien mit fast 154.000 Teilnehmerinnen sowie Teilnehmern analysiert und die Ergebnisse im British Medical Journal veröffentlicht. Die meisten Teilnehmenden (87 Prozent) lebten in Privathaushalten und hatten kein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche oder Stürze, sprich, sie litten nicht etwa an Osteoporose, krankhaftem Knochenabbau.
„Fast ein Drittel der älteren Erwachsenen (über 65 Jahre) stürzt mindestens einmal jährlich. Stürze sind die Hauptursache für tödliche und nicht-tödliche Verletzungen in dieser Bevölkerungsgruppe und führen zu einer erhöhten Inanspruchnahme des Gesundheitswesens und erheblichen wirtschaftlichen Kosten (...)“, heißt es in der Einleitung zur Studie. Zudem hätten mehr als acht von zehn älteren Erwachsenen (85 Prozent) Angst vor Stürzen, was zu einem eingeschränkten Alltag führe.
Fast ein Drittel der älteren Erwachsenen (über 65 Jahre) stürzt mindestens einmal jährlich.
Studie „Calcium, vitamin D or combined supplementation to prevent fractures and falls“
Medizinerinnen und Mediziner würden oft Kalzium und Vitamin D empfehlen, um Frakturen und Stürzen vorzubeugen. Allerdings seien die wissenschaftlichen Belege dafür beschränkt, sagte das Forschungsteam. Es hatte sich die Häufigkeit von Knochenbrüchen nach Stürzen unter Einnahme von Vitamin D, Kalzium oder beidem als Kombination angesehen. Eine Gruppe hatte die Supplementierung bekommen, eine andere ein Scheinmedikament. Demnach brachte die Einnahme von Kalziumtabletten eine Verringerung des Knochenbruch-Risikos um neun Prozent. Vitamin D alleine hatte im Vergleich zum Placebo gar keine Wirkung.
Die Kombination reduzierte das Risiko für Knochenbrüche ebenfalls um neun Prozent. „Auf der Grundlage absoluter Risikoreduktionen und klinisch relevanter Schwellenwerte ergab diese Übersichtsarbeit, dass die Einnahme von Kalzium, Vitamin D oder einer Kombination beider Präparate nur geringe bis keine Vorteile für die Prävention von Frakturen und Stürzen bietet“, fassten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Ergebnisse zusammen. Eine routinemäßige Supplementierung wird daher nicht empfohlen. Allerdings seien die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Personen mit bestimmten Knochenerkrankungen übertragbar, hieß es.
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