08.04.2021 10:38 |

Lösegeld für Daten

Ransomware: Jeder Zweite zahlt, meist vergeblich

Wie gehen Verbraucher mit Erpressungsversuchen durch Ransomware um? Welche Lösegeldsummen sind sie bereit zu zahlen, und bekommen sie so ihre Daten tatsächlich wieder zurück? Eine weltweite Kaspersky-Studie beantwortet diese Fragen: Demnach haben 44 Prozent der in Europa befragten Nutzer in Folge eines Ransomware-Angriffs bereits Lösegeld bezahlt. Davon erhielten im Anschluss allerdings nur 27 Prozent der Betroffenen wieder Zugriff auf ihre Daten. Die IT-Sicherheitsexperten raten daher generell von Lösegeldzahlungen ab, stattdessen sollten die Vorfälle zur Anzeige gebracht werden.

Die aktuelle Kaspersky-Studie „Consumer appetite versus action: The state of data privacy amid growing digital dependency“ zeigt, dass die Bereitschaft Lösegeld zu zahlen, weltweit stark vom Alter der Betroffenen abhängt. Die größte Bereitschaft zeigen mit 65 Prozent die 35- bis 44-Jährigen, die geringste Bereitschaft (elf Prozent) gibt es in der Generation 55 plus. Im weltweiten Durchschnitt lassen sich 56 Prozent aller Betroffenen auf die Zahlung von Lösegeld ein.

„Unsere Zahlen zeigen in den vergangenen zwölf Monaten einen signifikanten Anstieg bei der Bereitschaft privater Nutzer, Lösegeldzahlungen zu leisten“, erklärt Marina Titova von Kaspersky. „Doch eine Geldübergabe ist keine Garantie dafür, die Daten auch wieder zurückzubekommen; sie ermutigt Cyberkriminelle sogar, ihre Praktiken fortzuführen. Wir empfehlen daher grundsätzlich allen Ransomware-Betroffenen nicht zu zahlen, da eine Zahlung diese kriminelle Masche nur weiter anheizt.“

Stattdessen sollten private Nutzer lieber von Anfang an in den Schutz und die Sicherheit ihrer Geräte investieren und für alle Daten regelmäßig Sicherungskopien anfertigen. Das mache derartige Angriffe für Cyberkriminelle weniger attraktiv beziehungsweise lukrativ, so das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung.

Geringe Erfolgsquoten
Unabhängig davon, ob sie bezahlten oder nicht, waren in Europa nur 13 Prozent (weltweit 29 Prozent) der Betroffenen in der Lage, alle ihre verschlüsselten oder gesperrten Dateien nach einem Angriff wiederherzustellen. 23 Prozent (18 Prozent weltweit) verloren wenige Dateien, 38 Prozent (32 Prozent global) jedoch eine beträchtliche Menge und 20 Prozent (13 Prozent weltweit), die einen solchen Vorfall erlebten, verloren sogar fast alle ihre Daten.

Auf der Website noransom.kaspersky.com bietet das Unternehmen daher kostenlos Tools zur Entschlüsselung und Entfernung vieler Erpresser-Trojaner an.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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