15.04.2021 12:24 |

„Schwierige Rechnung“

34,6 Mrd. an Covid-Hilfen zugesagt oder ausbezahlt

Mehr als 34,6 Milliarden Euro an Corona-Hilfen wurden bisher von der Bundesregierung zugesagt oder ausbezahlt. Wie viel tatsächlich bisher auf den Konten der Empfänger gelandet ist, ist aber „eine schwierige Rechnung“, so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Dies resultiere unter anderem daraus, dass Garantien übernommen wurden, von denen man nicht wisse, wie viele davon schlagend würden. Bei den Steuerstundungen sei es schwierig zu sagen, wie hoch der Rückfluss sein werde.

Österreich habe 2020 und 2021 zusammen über zehn Prozent des BIP für defizitwirksame Corona-Hilfsmaßnahmen in die Hand genommen oder in Aussicht gestellt. „Damit liegen wir auf Platz 1 in der EU. Der EU-Durchschnitt liegt bei 5,5 Prozent des BIP. Diese Hilfen kommen direkt den Arbeitnehmern zugute. Alleine 38 Prozent der ausgezahlten Maßnahmen betreffen die Kurzarbeit“, so - der noch nicht geimpfte - Blümel.

Österreich habe 2020 mit fast 2600 Euro pro Kopf mehr als doppelt so hohe Covid-Maßnahmen ausbezahlt bzw. gewährt wie Deutschland (1300) oder die Schweiz (1300) bzw. deutlich mehr als Schweden (1300), Italien (1700) oder die Niederlande (2200), wird vorgerechnet.

Hauptaugenmerk auf Ausfallsbonus
Jedes Unternehmen, das mehr als 40 Prozent Umsatzausfall hat, kann ab Freitag einen Bonus von bis zu 80.000 Euro pro Monat für März und April beantragen. „Aktuell haben wir bereits etwa 160.000 Anträge mit einem Volumen von fast einer Milliarde Euro erhalten. Davon sind rund 110.000 Anträge mit einem Gesamtvolumen von über 700 Millionen Euro ausgezahlt worden. Im Durchschnitt landeten 7000 Euro pro Monat innerhalb von zehn Tagen bei den Antragstellern am Konto.“

„Erweiterung des Schutzschirms“ nötig
Am 25. Februar fand in Wien der sogenannte Öffnungsgipfel der Wirtschaftskammer statt, die damals erhoffte rasche Öffnung der Gastronomie, Veranstaltungsbranche und Hotellerie hat bisher - mit Ausnahme von Vorarlberg - nicht stattgefunden. „Die Veranstaltungswirtschaft hat sehr lange Vorlaufzeiten und braucht verlässliche Planungssicherheit. Die Erweiterung des Schutzschirms muss ein wesentlicher Bestandteil des Öffnungsplans sein, weil das wirtschaftliche Risiko des Aufsperrens anders nicht zu stemmen ist“, so Christoph Klingler von CTS Eventim.

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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