Zwei Euro pro Sendung

Neue Paketsteuer sorgt jetzt für Krach im Handel

Wirtschaft
25.05.2026 16:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die geplante Paketsteuer sorgt kurz vor Ende der Begutachtungsfrist weiter für heftige Diskussionen. Während die Regierung mit der Abgabe Milliardenlöcher stopfen und eine Entlastung bei Lebensmitteln mitfinanzieren will, wächst im Handel der Widerstand. Die Vertretung des Versand- und Internethandels in der Wirtschaftskammer (WKÖ) warnt nun eindringlich davor, den Konflikt als Kampf zwischen Online- und stationärem Handel darzustellen.

Einen Tag vor dem Ende der parlamentarischen Begutachtungsfrist ruft die Berufsgruppe des Versand- und Internethandels zu einem geschlossenen Auftreten gegen die geplante Abgabe auf. „Der Handel dürfe sich nicht auseinanderdividieren lassen“, erklärte Berufsgruppensprecher Alexander Smuk in einer Aussendung.

Smuk weist dabei insbesondere die Darstellung zurück, wonach die Paketsteuer dem stationären Handel helfen könnte. „Wer den heimischen Handel stärken will, darf keine Maßnahmen setzen, die dessen Kosten weiter erhöhen“, so der WKÖ-Vertreter.

„Kaum ein Unternehmen“ nur noch stationär
Nach Ansicht der Branche sei die Trennung zwischen Online- und stationärem Handel längst überholt. „Kaum ein Unternehmen“ arbeite heute ausschließlich über nur einen Vertriebskanal, betonte Smuk. Vom kleinen Fachgeschäft bis zum mittelständischen Betrieb seien Webshops und digitale Präsenz mittlerweile fixer Bestandteil des Geschäftsmodells geworden.

Die geplante Paketabgabe soll ab Oktober gelten und zwei Euro pro Sendung betragen. Betroffen wären große Onlinehändler mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Mit den Einnahmen soll unter anderem die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab 1. Juli teilweise gegenfinanziert werden.

Auch kleine Händler könnten betroffen sein
Kritik gibt es vor allem daran, dass die Abgabe nicht nur große Konzerne treffen könnte. Denn auch kleinere Händler müssten zahlen, wenn sie ihre Waren über große Plattformen wie Amazon oder Ebay vertreiben.

Die von der ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition geplante Maßnahme stößt deshalb in weiten Teilen des Handels auf Ablehnung. Allerdings gibt es innerhalb der Branche auch Befürworter der Paketsteuer. Vertreter von Shoppingcenter-Betreibern sowie Buchhändler äußerten sich zuletzt teilweise positiv zu der geplanten Abgabe.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Top Gutscheine
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung