Neueste Zahlen

Wiener Märkte: Rekordzulauf und stille Verlierer

Wien
25.05.2026 16:00

36,2 Millionen Kunden jährlich, ein Plus von mehr als zehn Prozent – die Wiener Märkte boomen wie nie zuvor. Doch nicht alle Märkte profitieren: Manche Traditionsstandorte verlieren massiv an Besuchern.

Das Marktamt hat gezählt – und feiert. 696.167 Menschen besuchten Wiens 17 öffentliche Märkte pro Woche im Mai 2026. Hochgerechnet aufs Jahr ergibt das stolze 36,2 Millionen Kunden – so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Frequenzzählung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von 10,4 Prozent. Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos) schwärmt: „Die Entwicklung der Wiener Märkte ist eine echte Erfolgsgeschichte.“ Marktamtsdirektor Andreas Kutheil ergänzt den Befund: „Frischeste Lebensmittel gemeinsam mit einem großartigen Kulturangebot bilden ein harmonisches Duo.“

Die strahlenden Gewinner des Marktjahres 2026
Die Aufsteiger des Jahres sind schnell ausgemacht. Der Meidlinger Markt verzeichnet ein sattes Plus von 46 Prozent, der Floridsdorfer Markt legte um 31 Prozent zu, der Sonnbergmarkt in Döbling um 32 Prozent. Besonders auffällig: der Naschmarkt, dessen neue Markthalle – der sogenannte Marktraum – offenkundig zieht. Mit einem Zuwachs von 37 Prozent kletterte er auf 110.208 Besucher pro Woche. Zu Spitzenzeiten drängen sich mehr als 2500 Menschen pro Stunde allein auf dem Dach der Halle. Das Konzept mit regionalen Lebensmitteln aus handwerklicher Produktion ist laut Marktamt voll aufgegangen.

Naschmarkt überholt den Brunnenmarkt erstmals
Doch es gibt auch Verlierer: Der Brunnenmarkt, jahrelang Wiens bestbesuchter Markt, verlor gegenüber 2025 rund zehn Prozent seiner Kundschaft – von 123.544 auf 110.856 Besucher pro Woche. Damit büßt er seinen Spitzenplatz erstmals gegenüber dem Naschmarkt ein. Noch drastischer trifft es den Johann-Nepomuk-Vogl-Markt im 18. Bezirk: Dort sank die Frequenz um satte 28 Prozent – von 6014 auf nur noch 4313 wöchentliche Besucher. Auch der Volkertmarkt im zweiten Bezirk und der Gersthofer Markt in Währing verbuchen spürbare Rückgänge. 

Veranstaltungen sollen alle Standorte beleben
Den Zulauf ankurbeln sollen Veranstaltungen. Die Lange Nacht der Wiener Märkte findet heuer am 4. September bereits zum fünften Mal statt. Rund um den Eurovision Song Contest lockte ein eigens ausgerichteter „Eurovisions Markt Contest“ immerhin 31.500 Besucher auf den Vorplatz des Naschmarkts. Dazu kommen Sommerkinos, ein Krampuslauf am Karmelitermarkt und Familienfeste am Schlinger- sowie Volkertmarkt. Das Marktamt setzt auf Unterhaltung und den weiteren Ausbau der Infrastruktur – ob das auch den schwächelnden Standorten hilft, werden die nächsten Zählergebnisse zeigen.

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