02.03.2021 08:35 |

Trotz Verkehrsrückgang

Handy am Steuer: 121.211 Lenker 2020 erwischt

Trotz des Verkehrsrückgangs wurden im Corona-Jahr 2020 fast so viele Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt wie im Jahr 2019 und deutlich mehr als im Jahr 2018, macht der VCÖ aufmerksam. Im Schnitt wurde alle viereinhalb Minuten ein Handy-Vergehen im Straßenverkehr von der Exekutive geahndet. In sechs Bundesländern nahm die Zahl der Handy-Vergehen sogar zu.

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121.211 Lenker wurden 2020 in Österreich beim verbotenen Handy-Telefonieren am Steuer erwischt. Die Zahl der Handy-Vergehen war damit um nur 2677 niedriger als im Jahr 2019. Die tatsächliche Anzahl der Vergehen dürfte dem VCÖ zufolge um ein Vielfaches höher sein.

Zahl der Verstöße nahm in sechs Bundesländern sogar zu
Wie viele Vergehen geahndet werden, hängt vor allem von der Kontrolldichte ab. In sechs Bundesländern hat die Zahl der Handy-Verstöße trotz Verkehrsrückgangs im Corona-Jahr 2020 sogar zugenommen. Die meisten Fälle hat die Exekutive in Wien geahndet mit 27.244, knapp dahinter folgt Niederösterreich mit 24.578 sowie mit deutlichem Abstand Oberösterreich (16.606) und die Steiermark (15.871).

„Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Handy-Telefonierende Autofahrer reagieren etwa um eine halbe Sekunde später. Im Straßenverkehr, wo oft ein Bruchteil einer Sekunde entscheidet, ob es zu einem Unfall kommt oder nicht, kann das fatale Folgen haben“, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Wer während des Lenkens am Handy Nachrichten schreibt, ist sogar bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs.

VCÖ fordert höhere Strafen
Die derzeitige Strafhöhe von 50 Euro steht dem VCÖ zufolge in keinem Verhältnis zum Gefährdungspotenzial des Delikts. „In Europa zählt Österreich zu jenen Staaten, wo die Strafhöhe sehr niedrig ist. In Italien ist die Strafhöhe mit 165 Euro mehr als dreimal so hoch wie in Österreich, in Spanien und Dänemark mit jeweils 200 Euro rund viermal so hoch und in den Niederlanden mit 240 Euro fast fünfmal so hoch. In Deutschland gibt es nicht nur 100 Euro Strafe, sondern auch einen Punkt im Punkteführerschein. Damit kann gezielt Bewusstseinsarbeit bei jenen gemacht werden, die sich ans Handy-Verbot nicht halten“, so Schwendinger.

Der Experte spricht sich dafür aus, dass das Hantieren mit dem Handy am Steuer auch in Österreich ins Vormerksystem aufgenommen wird.

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