Aktion verschoben

Millionäre wollen Wal „Timmy“ das Leben retten

Ausland
16.04.2026 16:20

Buckelwal „Timmy“ hat sich im März 2026 in die Ostsee verirrt und ist seitdem mehrfach gestrandet. Das Tier sollte am Donnerstag im Rahmen einer aufwendigen Rettungsmission mit Luftkissen gerettet werden. Am Nachmittag wurde aber bekannt gegeben, dass die Aktion auf Freitag verschoben worden sei.

„Vor morgen geht es nicht zu Timmy“, sagte der Unternehmer Fred Babbel, der an der Rettung beteiligt ist. Die Vorbereitungen würden aber weiter auf Hochtouren laufen, das Tier sei mit Tüchern bedeckt, die es feucht halten. Die Ausrüstung sei zum Teil im Wasser. Das Hauptproblem sei ein Netzrest im Mau, der dringend entfernt werden müsse, damit sich der Wal wieder ernähren könne, sagte Meeresbiologe Boris Culik zur „Bild“. Er zweifelt an den Überlebenschancen.

Angesagt war die Rettung ursprünglich für 6 Uhr morgens. Vier Stunden später als geplant trafen Taucher am Einsatzort ein. Doch die Mission verzögerte sich. Der Grund dafür wurde nicht bekannt.

Sechs Taucher wagten sich dann im hüfthohen Wasser zu dem Tier vor. Tierretter, Einsatzkräfte und Fachleute arbeiteten laut „Bild“ unter Hochdruck zusammen. Die Herausforderung: Der tonnenschwere Wal darf beim Anheben auf die Plane nicht zusätzlich verletzt werden. Glückt dies, soll er anschließend mit einem Schleppschiff die Ostsee verlassen. 

„Timmy“ hat sich im März 2026 in die Ostsee verirrt und ist seitdem mehrfach gestrandet. Zur ...
„Timmy“ hat sich im März 2026 in die Ostsee verirrt und ist seitdem mehrfach gestrandet. Zur Rettung soll das Tier per Luftkissen angehoben werden.(Bild: Freiwillige Feuerwehr Kirchdorf, Krone KREATIV)

Einzige Chance
Die Methode gilt als technisch anspruchsvoll, könnte aber die einzige Chance für das Tier sein. Die Zeit wird zudem knapp, denn ohne Hilfe droht dem geschwächten Wal der Tod. „Aus meiner Sicht hat der Wal aber auch eine Chance“, zeigte sich Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) optimistisch. So bewege Timmy ab und zu die Flossen, hebe den Kopf aus dem Wasser und kommuniziere durch Rufe. Der Wal hat eine verletzte und rissige Haut, die nicht weiter austrocknen soll.

Geplant und finanziert wird das Vorhaben von den Unternehmern Karin Walter-Mommert (62, Trabrennpferdebesitzer) und MediaMarkt-Gründer Walter Gunz (79). Die Verantwortung für den Rettungsversuch liegt laut Backhaus bei ihnen. „Dieser Zustand jetzt ist für ganz Deutschland, für Menschen mit Empathie und Herz, unerträglich anzusehen“, sagte Walter-Mommert.

Enges Zeitfenster
Tatsächlich war die Anteilnahme am Donnerstag groß – seit 6 Uhr morgens verfolgten zeitweise Tausende Menschen den Livestream. Doch die Rettungsaktion war von Anfang an schwierig, ein Gelingen äußerst unsicher: Bis Mittag war auf den Bildern nur der einsame, regungslose Buckelwal zu sehen. Später zeigte der Livestream gelegentliche Bewegungen. Ein Retter versuchte offenbar, Timmy zu beruhigen.

Damit die Rettung gelingt, müssen grundsätzlich Wetter, Wasserstand und Logistik exakt zusammenpassen. Der Meeresbewohner soll Schritt für Schritt zurück Richtung Nordsee und Atlantik gebracht werden. Die geplante Route führt an Dänemark vorbei.

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