Paukenschlag um Signa

Razzien! Alfred Gusenbauer unter Untreue-Verdacht

Wirtschaft
16.04.2026 16:36

Ermittler der Soko Signa führten am Donnerstag Hausdurchsuchungen bei Signa-Berater Alfred Gusenbauer durch. Der Altkanzler ist neuerdings Beschuldigter. Er steht im Verdacht, als Chef des Aufsichtsrates hohe Zahlungen an einen Vorstand genehmigt zu haben. Der Schaden könnte zehn Millionen Euro betragen.

In der Causa Signa geht es Schlag auf Schlag. Nur einen Tag, nachdem René Benkos langjähriger Berater Alfred Gusenbauer vor dem Handelsgericht Wien um Signa-Honorare der Jahre 2022 und 2023 hatte kämpfen müssen, nahmen Ermittler der Soko Signa Wohnsitze des ehemaligen SPÖ-Vorsitzenden in Wien und in der Wachau ins Visier. Der Altkanzler steht unter Untreueverdacht und wird im Signa-Komplex nunmehr als Beschuldigter geführt. Für Alfred Gusenbauer gilt die Unschuldsvermutung.

Vorwurf: „Befugnisse missbraucht“
Der Hintergrund: hohe Provisionszahlungen an einen ehemaligen Vorstand der Aktiengesellschaften Signa Prime und Signa Development, die laut Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) Ende des Jahres 2022 von Aufsichtsratschef Gusenbauer ohne rechtliche Voraussetzungen und ohne Zustimmung des Gesamtaufsichtsrates genehmigt worden sein sollen. Laut WKStA soll der heute 66-jährige Gusenbauer seine „Befugnisse missbraucht und dadurch die beiden Gesellschaften in Höhe von insgesamt 10 Millionen Euro geschädigt haben.“ 

Am 28. Oktober 2023 hatte die „Krone“ auf Basis interner Unterlagen erstmals über Gagen-Explosionen in den Signa-Aktiengesellschaften berichtet: Trotz tiefroter Zahlen hatten sich die Vergütungen für das Spitzenmanagement für das Geschäftsjahr 2022 alleine in der Signa Prime auf 20,264 Millionen Euro erhöht – nach 2,680 Millionen im Jahr davor. 

Alfred Gusenbauer
Alfred Gusenbauer(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Diese 20,264 Millionen Euro für vier Manager im Geschäftsjahr 2022 setzen sich wie folgt zusammen: fixe Bezüge in Höhe von 1,128 Millionen Euro, variable Bezüge in Höhe von 6,486 Millionen Euro sowie „Teilprämien für laufende Projekte“ in Höhe von 12,649 Millionen Euro. Ebendiese bemerkenswerten „Teilprämien für laufende Projekte“ hatte es im Jahr davor laut Jahresabschluss noch nicht gegeben.

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