Reise zu Premier Modi:

Stocker will Indien-Geschäft für Österreich öffnen

Wirtschaft
16.04.2026 15:22

„Wir wollen Türen öffnen für unsere heimischen Betriebe.“ Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat am Donnerstag in Neu-Delhi klare Worte gefunden – und zwar nicht nur für den Frieden, sondern vor allem fürs Geschäft.

Gemeinsam mit Indiens Premierminister Narendra Modi setzt Stocker auf einen Wirtschafts-Boom zwischen beiden Ländern. „Unser bilateraler Handel hat sich in zehn Jahren auf beinahe drei Milliarden Euro verdoppelt“, so der Kanzler. Aber das soll erst der Anfang sein.

Modi stimmt zu: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten im Rahmen einer indisch-österreichischen Partnerschaft“, sagte er zu Stocker. Und der indische Premier schwärmte von österreichischer Technologie: „Die Metro und die Tunnel in den Himalaya-Bergen sind Errungenschaften der österreichischen Technologie.“

60 Top-Firmen mitgereist – „Who is Who“ der Wirtschaft
Stocker reiste Dienstagnacht mit einer 60-köpfigen Wirtschaftsdelegation an – angeführt von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Mit dabei sind Schwergewichte wie Andritz, Wienerberger, AVL und Kapsch.

Das Ziel: Konkrete Deals beim „India Austria Business Summit“ Donnerstagnachmittag zu ermöglichen. „Unsere Unternehmen bringen Innovationskraft, technologisches Know-how und höchste Qualität mit“, betont der Kanzler. „Genau das macht sie zu gefragten Partnern weltweit.“

Freihandelsabkommen als Turbo
Der eigentliche Gamechanger ist das EU-Indien-Freihandelsabkommen, dessen Inkrafttreten für 2027 geplant ist und das Handelsbarrieren reduzieren soll. Für Österreich bedeutet das: in kurzer Zeit bis zu 75 Prozent mehr Exporte, besonders in den Bereichen Maschinenbau, Elektronik, Chemie und industrielle Dienstleistungen.

Modi zu Stocker: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten im Rahmen einer indisch-österreichischen ...
Modi zu Stocker: „Lassen Sie uns zusammenarbeiten im Rahmen einer indisch-österreichischen Partnerschaft.“(Bild: BKA/Florian Schrötter)

„Zwei Milliarden Menschen profitieren von dieser Freihandelszone“, so Stocker. „Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten ist das extrem wichtig. Wir müssen Abhängigkeiten reduzieren und neue Märkte erschließen.“

160 österreichische Firmen bereits in Indien
Schon jetzt sind rund 160 heimische Unternehmen am indischen Markt aktiv, etwa im Bereich Zukunftstechnologien wie Halbleiterproduktion, erneuerbare Energien und Automotive. Indien wächst mit sieben Prozent pro Jahr, ist der dynamischste Markt der Welt – und will massiv in Infrastruktur investieren.

Ein Fast-Track-Mechanismus soll nun dafür sorgen, dass aus guten Ideen schneller konkrete Projekte für Austro-Firmen in Indien werden. „Investitionen entstehen dort, wo Entscheidungen rasch getroffen werden“, so Stocker.

Auch bei Verteidigung und Frieden rückt man zusammen
Doch es geht nicht nur ums Geld. Beide Länder eint die militärische Neutralität - und der Ruf nach Frieden. „Militärische Konflikte bieten keine Lösung“, sagte Modi mit Blick auf die Ukraine und den Nahen Osten. Stocker sekundiert: „Frieden kann nur am Verhandlungstisch erreicht werden. Die Stimme Indiens hat dabei großes Gewicht.“

Daten und Fakten

Besuch: Erster offizieller Kanzler-Besuch in Indien seit 42 Jahren

Delegation: 40 Top-Firmen aus Österreich, auch der Wirtschaftsminister ist dabei

Ziel: 75 Prozent mehr Exporte durch EU-Freihandelsabkommen

Schon heute: 160 österreichische unternehmen sind in Indien aktiv, das Handelsvolumen liegt bei drei Milliarden Euro pro Jahr

Neues: Militärkooperation, Filmabkommen (Bollywood), Anti-Terror, Honorarkonsulat in Bengaluru

Eine Absichtserklärung der Verteidigungsministerien sieht sogar gemeinsame Ausbildung, Militärbesuche – und gemeinsame Rüstungsproduktion vor. „Sicherheit endet nicht an der Staatsgrenze“, so Stocker. Ein zweites Abkommen betrifft die Terrorismusbekämpfung.

Bollywood, Wasserstoff und ein neues Konsulat
Neben Wirtschaft und Sicherheit gibt es weitere Konkretes: Ein Filmabkommen soll Österreich für Bollywood-Produktionen attraktiv machen. Auch bei erneuerbaren Energien, Wasserstoff und Lebensmittelsicherheit wird kooperiert. Und: Ein neues Honorarkonsulat in Bengaluru wird eröffnet.

Historischer Besuch mit klarer Botschaft
Der letzte österreichische Kanzler in Indien war Bruno Kreisky – vor 42 Jahren. Stocker will dieses historische Fenster nutzen: „Unsere Beziehung ist heute enger und vertrauensvoller als je zuvor. Auf dieser Dynamik werden wir weiter aufbauen – zum Wohle unserer beiden Länder.“

Am Freitag trifft Stocker noch führende indische Unternehmer. Die Botschaft des Besuchs: Österreich will kein Zuschauer sein beim Aufstieg des bevölkerungsreichsten Landes der Welt – sondern gestaltender Partner.

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