Im Sommer 2025 wurden Verschärfungen beim Waffengesetz in Österreich angekündigt. Seither ist die Zahl der Waffen und Besitzerinnen sowie Besitzer gestiegen. Mit dem Stichtag 1. April 2026 waren österreichweit mehr als 1,5 Millionen Schusswaffen registriert.
Diese verteilten sich auf fast 382.000 Besitzerinnen und Besitzer. Die meisten von ihnen wohnen in Niederösterreich. Zum Vergleich: Am 1. Juli 2025 waren mehr als 375.000 Waffenbesitzerinnen und Waffenbesitzer registriert. Sie hatten insgesamt um etwa 36.000 Waffen weniger, als heute gemeldet sind. Bis zur Novelle, die am 28. April in Kraft tritt, können nicht-halbautomatische Langwaffen wie Büchsen und Flinten der Kategorie C noch ohne Waffenbesitzkarte oder Waffenpass gekauft werden. Danach ist eine spezielle Form der Waffenbesitzkarte nötig.
„Notwendige Verschärfungen erforderten umfangreiche technische Vorarbeiten, unter anderem zur Registrierung und Erfassung im zentralen Waffenregister. Die Expertinnen und Experten des Innenministeriums haben daher in den vergangenen Monaten intensiv an der Umsetzung gearbeitet und diese nun zum Abschluss gebracht“, sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Der erste Teil der Gesetzesnovelle war am 1. November 2025 in Kraft getreten und sieht unter anderem eine längere Wartefrist zwischen der Beantragung und Übergabe einer Schusswaffe vor.
Grünen gehen Maßnahmen nicht weit genug
Ab 28. April gelten strengere Prüfungen vor dem Waffenbesitz und ein höheres Mindestalter für den Kauf. Wer genehmigungspflichtige Waffen der Kategorien A und B erwerben will, muss künftig mindestens 25 statt 21 Jahre alt sein. Bei Langwaffen der Kategorie C gilt bald ein Mindestalter von 21 Jahren, bisher konnten diese junge Erwachsene ab 18 Jahren kaufen. Für Menschen, die Waffen beruflich benötigen, sind Ausnahmen vorgesehen. Die Verschärfung ist eine Folge des Amoklaufs im Juni 2025 in einem Grazer Gymnasium. Zehn Menschen kamen ums Leben. Der Schütze hatte die Waffen legal besessen, obwohl ihm psychische Auffälligkeiten attestiert worden waren.
Wir fordern systematische Rückgabeprogramme für illegale Waffen, um die Dunkelziffer von ca. einer Million illegaler Waffen in Österreich zu reduzieren.
Agnes Prammer, Sicherheitssprecherin Grüne
Den Grünen gehen die Maßnahmen nicht weit genug. Sie wollen etwa ein Rückgabeprogramm für illegale Waffen. „Über dieses Problem hat sich die Regierung in dieser Reform nicht darüber getraut. Wir fordern systematische Rückgabeprogramme für illegale Waffen, um die Dunkelziffer von ca. einer Million illegaler Waffen in Österreich zu reduzieren. In anderen Ländern führen solche Programme regelmäßig zur Rückgabe tausender Waffen“, sagte Sicherheitssprecherin Agnes Prammer. Zudem müsste die psychische Verfassung der Besitzerinnen und Besitzer nicht nur einmal, sondern alle zehn Jahre überprüft werden, da sich diese schließlich ändern könne.
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