10.12.2020 11:46 |

Magere Sommerbilanz

Ein Fünftel weniger Österreicher auf Reisen

Im dritten Quartal von Juli bis September sind die Österreicher deutlich weniger verreist als üblich. Die Urlaubsfahrten inklusive Verwandten- und Bekanntenbesuchen brachen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16,8 Prozent ein. Die Zahl der Urlaubsreisen ging inmitten der Corona-Krise von sieben auf 5,9 Millionen zurück und jene der Reisenden um ein Fünftel (minus 20,6 Prozent) auf 3,4 Millionen. Urlaubsreisen ins Ausland halbierten sich, Inlandsreisen stiegen hingegen stark an. Dabei wurden Aktivurlaube besonders häufig gebucht.

Die Zahl der Haupturlaubsreisen mit zumindest vier Übernachtungen brach um 31,2 Prozent auf 2,8 Millionen ein. Der Trend zu Kurzreisen mit ein bis drei Nächtigungen wurde in der Corona-Krise hingegen gestärkt. Sie stiegen immerhin um 4,6 Prozent auf 3,1 Millionen an. Der Anteil der Kurzurlaubsreisen hat damit jenen der Haupturlaubsreisen überholt und lag im dritten Quartal bei 51,7 Prozent (2019: 41,4 Prozent), so die Statistik Austria.

Aktivurlaub boomt
Gestiegen ist das Reisemotiv des „Aktivurlaubs“ (2020: 28,6 Prozent, 2019: 17,4 Prozent), der erstmals den „Erholungsurlaub“ (2020: 21,3 Prozent, 2019: 19,5 Prozent) im Ranking der beliebtesten Sommerreisezwecke vom ersten auf den dritten Rang verdrängte. Dahinter folgten „Verwandten- und Bekanntenbesuche“ (plus 6,6 Prozentpunkte auf 25,5 Prozent, 2019: 18,9 Prozent).

Strand- und Badeurlaube verloren an Bedeutung
Der Anteil an „Kultur- und Städteurlauben“ nahm um 8,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent ab (2019: 15,1 Prozent), ebenso verlor das Motiv „Strand- und Badeaufenthalt“ an Bedeutung (minus 7,6 Prozentpunkte auf 11,0 Prozent; 2019: 18,6 Prozent).

Anzahl der Urlaubsreisen ins Ausland halbierte sich
Während die Inlandsreisen beinahe um ein Drittel (plus 31,6 Prozent) auf 4,2 Millionen Urlaubsreisen zulegten, halbierte sich die Anzahl der Urlaubsreisen ins Ausland um 56,4 Prozent auf 1,7 Millionen (2019: 3,8 Millionen). Italien, unangefochten die beliebteste Auslandsdestination der österreichischen Wohnbevölkerung, registrierte eine Abnahme um 38,7 Prozent auf 0,5 Millionen Urlaubsreisen.

Der Corona-Sommer kostete Kroatien beim Anteil der Urlaubsreisen aus Österreich den zweiten Rang (minus 72,9 Prozent). Nach Deutschland gingen zwar auch um 5,3 Prozent weniger Urlaubsreisen im Vergleich zur Vorjahresperiode, der Anteil Deutschlands an allen Auslandsreisen stieg aber um 14,7 Prozentpunkte.

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