Rassismus-Vorwurf

Protest gegen Konditorei: Auslagen beschmiert

Kärnten
26.06.2026 08:01

Die Debatte um die umstrittene Schokoladenbezeichnung einer bekannten Klagenfurter Konditorei spitzt sich zu: In der Nacht auf Freitag beschmierten Aktivisten des „Widerstandskollektivs Klagenfurt/Celovec“ die Auslagen des Geschäfts mit pinker Kreidefarbe und brachten Protestplakate an. 

Schon seit Längerem sorgt der Verkauf einer Schokolade mit der Bezeichnung „Negerbrot“ für heftige Diskussionen. In der Nacht auf Freitag kam es nun zu einem Vandalismusakt. Aktivisten des „Widerstandskollektivs Klagenfurt/Celovec“ besprühten die Auslagen der Konditorei Zehrer mit pinker Kreidefarbe und brachten Plakate an.

„Auf den hinterlassenen Postern waren unter anderem Sprüche wie ‘Habt ihr den Schuss nicht gehört?!‘ und ‘Wir müssen nicht erklären, warum das N-Wort rassistisch ist!‘ zu lesen“, heißt es in einer Aussendung des Kollektivs.

Aktivisten filmten mit
„Wir tragen Verantwortung, Rassismus zu benennen und zu verurteilen“, erklärt Emily P. (21) vom Widerstandskollektiv. „Rassismus tötet – nicht nur durch Gewalt, sondern auch durch Sprache, die Menschen zu Objekten macht und schwarze Menschen auf dieselbe Stufe mit einer Süßware stellt.“

Das Kollektiv betont, man wolle sich entschieden gegen Rassismus einsetzen und sehe direkte Protestaktionen als legitimes Mittel. Nach Angaben der Bewegung sollen auch künftig weitere Kampagnen und Protestaktionen folgen. Ziel sei es, gegen rassistische Sprache und Diskriminierung öffentlich Stellung zu beziehen.

„Negerbrot“-Belohnung für Hinweise? 
Die Polizei ist vor Ort und nimmt die Ermittlungen auf. Seitens der Konditorei heißt es: „Unser Negerbrot hat immer schon so geheißen und wird auch weiterhin so heißen.“ Aus dem Sortiment wird die Schokolade jedenfalls nicht genommen: „Wir lassen uns doch nicht erpressen.“

Derzeit werden die Auslagen gereinigt.
Derzeit werden die Auslagen gereinigt.(Bild: Clara Milena Steiner, Krone KREATIV)

Eine Anzeige wurde erstattet: „Vielleicht setzen wir sogar eine ,Negerbrot‘-Belohnung für jene aus, die uns Hinweise auf die Linksextremisten geben können – wir werden sehen. Radikale Terroristen waren am Werk, die wahrscheinlich arbeitslos sind und nichts Besseres zu tun haben, als fremdes Eigentum zu beschädigen.“ 

Nicht nur die Aktivisten filmten mit
„Wir haben Innenkameras – man sieht zwei Personen, die ab Viertel nach drei etwa zehn Minuten lang unser Schaufenster besprühen. Wir bekommen so viele Zuschriften, in denen die Leute uns sagen: Lasst euch ja nicht unterkriegen, nicht einknicken.“

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