Nadelöhr Hormuz

Reederei sieht derzeit keine Chance auf Durchfahrt

Ausland
23.04.2026 22:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Lage im Persischen Golf spitzt sich weiter zu: Wegen der unsicheren Situation rund um die Straße von Hormuz sieht Deutschlands größte Containerreederei derzeit keine Möglichkeit, ihre Schiffe durch das strategisch wichtige Nadelöhr zu schicken – und bleibt damit auf hohen Zusatzkosten sitzen.

Wie Vorstandschef Rolf Habben Jansen erklärte, gebe es aktuell „keine Möglichkeit“ für eine Passage durch die Meerenge. Mehr Details nannte er nicht. Nach früheren Angaben des Unternehmens sitzen derzeit sechs Handelsschiffe im Persischen Golf fest.

Millionenbelastung durch steigende Kosten
Der anhaltende Konflikt mit dem Iran schlägt massiv auf die Bilanz durch: Laut Jansen entstehen wöchentlich zusätzliche Kosten von rund 50 Millionen US-Dollar, das entspricht etwa 42,8 Millionen Euro. Hauptgrund dafür sind gestiegene Treibstoffpreise.

Die Reederei gibt diese Mehrkosten zumindest teilweise an ihre Kunden weiter. Für die eingeführten Zuschläge gebe es laut Unternehmenschef „gute Akzeptanz“.

Angriff auf Containerschiff
Wie gefährlich die Lage ist, zeigt ein Vorfall aus dem März: Das Containerschiff „Source Blessing“ wurde im Golf von einem Granatsplitter getroffen. An Bord brach ein Feuer aus, das jedoch von der Besatzung gelöscht werden konnte.

Schifffahrt weitgehend zum Erliegen gekommen
Die Straße von Hormuz gilt aktuell als nicht sicher befahrbar. Hintergrund ist, dass der Iran die freie Schifffahrt in der Meerenge südlich seines Staatsgebiets bedroht. Der Schiffsverkehr ist daher weitgehend zum Stillstand gekommen. Experten sehen darin einen Verstoß gegen das internationale Seerecht.

Weitere Angriffe gemeldet
Erst am Mittwoch hatten die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht. Zwei davon seien beschlagnahmt worden. Darunter befand sich laut Berichten auch die „MSC Francesca“ der Schweizer Containerreederei Mediterranean Shipping Company.

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