Gratis und illegal

Raubkopierer wollen sich Kosten sparen

Web
26.09.2004 14:37
Die meisten Menschen sehen illegal kopierte Filme nach einer Studie der Bauhaus-Universität Weimar, weil diese nichts kosten. Für insgesamt rund drei Viertel (73 Prozent) der Schwarzseher ist es der repräsentativen Studie zufolge wichtig bis sehr wichtig, dass man auf Filme aus dem Internet umsonst zugreifen kann. Für die Studie wurden von Mai bis August dieses Jahres in einer Online-Umfrage 837 Benutzer verschiedener Tauschbörsen befragt.
Viele Befragte halten die Preise für DVDs(63 Prozent) und einen Kinobesuch (50 Prozent) für zu hoch."Die Preise zu senken ist aber keine Lösung", sagte der Autorder Studie, Victor Henning, vom Fachbereich Marketing und Mediender Universität Weimar. Auch kostenpflichtige Internet-Tauschbörsen,wie es sie für Musik gibt, seien für Filme schwierigereinzurichten. "Das Problem sind hier noch die Rechte fürdie im Film gespielte Musik." Die Rechte-Inhaber forderten fürim Netz angebotene Filme teils utopische Extrahonorare. 
  
800 Mio. Umsatzverlust 
Nach Ansicht des Experten werden sich die Umsatzverluste,die sich nach Branchenschätzungen auf bis zu 800 MillionenEuro jährlich beziehen, vermutlich nur geringfügig ändern."Mit den im ersten Jahr bei den kostenpflichtigen Musiktauschbörsenfür 66 Cent verkauften 70.Millionen Titeln sind nur 0,16Prozent des Gesamtumsatzes der Branche erwirtschaftet worden",sagte Henning. 
  
Es gibt auch Moralapostel 
Nur 17 Prozent der von Henning Befragten, die imDurchschnitt 24 Jahre alt sind, halten moralische Gründedavon ab, Filme herunterzuladen. Die Zukunft Kino Marketing GmbH(ZKM) setzt daher verstärkt auf die Kampagne "Raubkopierersind Verbrecher", in der über die Rechtsfolgen des illegalenHerunterladens von Filmen aufgeklärt werden soll. Zudem solldie zivil- und strafrechtliche Verfolgung weiter vorangetriebenwerden. 
  
Blühendes Geschäft mit Raubkopien
Erst in der vergangenen Woche sind den Fahndern inDeutschland eine Gruppe von Raubkopierern ins Netz gegangen, dieFilme, Spiele und Software an 45.000 Kunden verkauft haben. DerSchaden für die Rechteinhaber wird auf eine zweistelligeMillionensumme geschätzt. "Es ist aber auch wichtig, überdie kleinen Razzien etwa auf Flohmärkten zu informieren",sagte ZKM-Geschäftsführerin, Elke Esser. Der Aufklärungseffektbei Jugendlichen sei hier höher. "Die großen Raubkopiererringesind zu weit weg, um wirklich zu erschrecken." 
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