10.11.2020 05:00 |

Trotz Krise aktiv sein

Sporteln auch mit Maske möglich!

Sportmediziner Prof. Dr. Norbert Bachl gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz bei körperlicher Aktivität, die gerade jetzt besonders notwendig wäre.

Dass Maske und Abstandhalten sowie Handhygiene sehr wohl das Ansteckungsrisiko im Rahmen der Pandemie senken können, weiß wohl jetzt schon jeder. Wie aber gehen Hobbysportler mit der Auflage um, fallweise den Mund-Nasen-Schutz benützen zu müssen? Dazu Sportmediziner Prof. Dr. Norbert Bachl: „Neben der direkten Virusübertragung bei der Ausatmung spielt die Ansteckungsgefahr durch das Aerosol (Tröpfchen, die mit Erregern beladen sind) eine enorm wichtige Rolle. Neue Untersuchungen zeigen, dass dieses Aerosol zwischen sechs und neun Meter weit übertragen wird und darüber hinaus auch einige Zeit in der Luft bzw. auf Oberflächen bestehen kann. Erwähnenswert ist auch, dass das Infektionsrisiko in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen bis zu 20-mal höher sein kann als bei Bewegung in der freien Natur.“

Wie sollen sich derzeit Freizeitsportler verhalten?
Dr. Bachl: „Beim Trainieren erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung deutlich - je nach Anstrengung werden mehr Tröpfchen beim Ausatmen freigesetzt. Das trifft vor allem beim Laufen, Radfahren, Nordic Walking oder Skilanglauf zu. Die in die Luft geschleuderten Aerosole können dort mitunter minutenlang verbleiben. Daraus ergibt sich die internationale Empfehlung, je nach Intensität der Sportausübung einen Abstand von 10 bis 20 Metern einzuhalten.“

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Nicht an die Leistungsgrenze gehen, sondern so trainieren, dass man nicht ganz außer Atem gerät.

Prof. Dr. Norbert Bachl, Sportmediziner

Kann man mit Maske überhaupt Sport betreiben?
„Aktuelle Studien haben wenig überraschend gezeigt, dass Masken natürlich die Leistungsfähigkeit einschränken. Besonders bei starkem Schwitzen wird das Tragen dieses Schutzes nicht gut toleriert. Zusätzlich wurden Bedenken geäußert, dass zumindest ein geringgradiger Sauerstoffmangel eintreten könnte. Allerdings zeigen andere wissenschaftliche Arbeiten, dass diese Befürchtung bei vernünftiger, also maßvoller, Belastung nicht besteht. Daraus ergeben sich folgende Richtlinien:

  1. In Regionen mit hohem Risiko (mehr als 50 Infizierte pro 100.000) sollte überall dort, wo kein Abstand möglich ist (Fußball, Handball, indoor Gym etc.) eine FFP-2-Maske getragen werden.
  2. Mittleres Risiko (unter 50/100.000) genügt eine chirurgische Maske. Einzelsportler können im Freien darauf verzichten.
  3. Niedriges Risiko (unter 20/100.000): Bei genügend Abstand keine Masken. Allerdings nicht hintereinander, sondern nebeneinander laufen oder Rad fahren.

Mein Rat daher: Momentan eher Singlesportarten und Bewegung im Freien bevorzugen. In den Räumlichkeiten von Sportstätten (auch Umkleidekabinen, Gänge usw.) besteht Maskenpflicht. “

Wie gehen Risikogruppen wie Lungenkranke oder Menschen, die zu Stressreaktionen neigen, als Sportler mit der Situation um?
„Da ist das Tragen nicht ungefährlich. Weil viele Fälle individuell betrachtet werden müssen, empfehle ich eine Abklärung durch den Haus- oder Facharzt.“

Dr. med. Wolfgang Exel, Kronen Zeitung

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