03.10.2020 12:31 |

Haftungsfragen

Zuckerberg & Co. werden vor US-Senat zitiert

Die Chefs von Facebook, Twitter und Google werden vor den US-Senat zitiert. Sie sollen dort am 28. Oktober vor einem Ausschuss zur Haftung von Inhalten ihrer Nutzer aussagen. Facebook und Twitter bestätigten am Freitag, dass sich Mark Zuckerberg und Jack Dorsey den Fragen des Handelsausschusses stellen werden. Einem Insider zufolge wird auch Google-Chef Sundar Pichai per Videoschaltung an der Anhörung teilnehmen. 

Hintergrund der Anhörung ist ein kürzlich vorgelegter Gesetzesentwurf der US-Regierung, der den Handlungsspielraum von Online-Diensten beim Umgang mit Inhalten auf ihren Plattformen einschränken soll. Speziell nimmt das Justizministerium dabei eine gesetzliche Regelung aus den 90er-Jahren ins Visier, die das heutige Web maßgeblich geprägt hat.

In den USA schützt ein unter dem Schlagwort Section 230 bekannter Abschnitt des Communications Decency Act (CDA) von 1996 Technologieunternehmen wie Twitter oder Facebook davor, für die von ihren Nutzern ins Internet gestellten Inhalte haftbar gemacht zu werden. Kritiker bemängeln seit Längerem, dass deswegen nicht ausreichend gegen etwa terroristische Propaganda im Netz vorgegangen werde. Das Ende September eingebrachte Gesetz soll die Regelungen neu formulieren und den Plattformen laut Justizministerium die Möglichkeit nehmen, „sich hinter der Immunität zu verstecken, um legale Aussagen böswillig zu zensieren“.

Unter anderem Präsident Donald Trump hatte Facebook und Twitter scharf kritisiert, nachdem sie von ihm weiterverbreitete Beiträge zum Corona-Virus mit Warnhinweisen versehen oder entfernt hatten. Die Online-Plattformen hatten darauf verwiesen, dass die Beiträge falsche Informationen enthielten, durch die Menschen zu Schaden kommen könnten.

Gesetzesentwurf muss beide Kammern des Kongresses passieren
Dass Section 230 geändert wird, ist allerdings fraglich, denn dafür muss das Gesetz beide Kammern des US-Kongresses passieren. Im Repräsentantenhaus sind jedoch die Demokraten in der Mehrheit. Die Präsidentin der Kammer, Nancy Pelosi, hatte sich bereits in der Vergangenheit empört über Trumps Pläne gezeigt und ihm vorgeworfen, von der Coronavirus-Pandemie ablenken zu wollen.

Die betroffenen Technologie-Konzerne wie Google und Twitter erklärten, die Maßnahmen könnten die Meinungsfreiheit im Internet gefährden und der US-Wirtschaft Schaden zufügen.

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