Das Staunen über den Plan von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) für einheitlich violette Wiener Taxis war groß – aber umsonst. Denn das Rathaus hat mit der Branche ganz andere Sorgen. Und genau das war der Grund dafür, dass es zum vermeintlichen Aufreger kam.
Man darf sich über trockene und dürre Sprache in der Politik nicht wundern, wenn umgekehrt nach einem Scherz sofort alle Alarmglocken schrillen. Denn dass alle Wiener Taxis violett – weil das so eine „schöne feministische Farbe“ sei – eingefärbt werden sollen, ist mitnichten der Plan von Finanzstadträtin Novak.
Zähes Ringen um Wichtigeres als Farben
Der Satz fiel zwar tatsächlich nach dem Ende eines Interviews, wie ihr Büro gegenüber der „Krone“ bestätigte, aber Novak wollte mit dem Sager nur umso mehr unterstreichen, dass sie mit der Branche gerade ganz andere Sorgen habe als die Frage, ob Wien – etwa nach dem Vorbild der gelben Taxis in New York – einheitlich gefärbte Mietkarossen brauche.
Seit Monaten verhandelt das Rathaus mit allen Beteiligten – Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und Unternehmern – über eine große Reform für das Gewerbe: Ausbildung, Prüfungen, der Zustand der Fahrzeuge und andere Qualitätsstandards sollen auf die Höhe der Zeit kommen und Rechtslücken geschlossen werden, in denen es sich schwarze Schafe bequem gemacht haben.
Ein Teil der Branche sieht den Reformbedarf zwar. Was die Geduld im Rathaus aber langsam zur Neige gehen lässt, sind immer absurdere Blockaden von anderen Teilen der Branche – so absurd wie eben die Idee, alle Taxler nun zu violetten Autos zu zwingen.
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