Verräterische Fotos

Website enthüllt mittels Exif-Daten Nutzerstandorte

Web
27.09.2010 12:57
Fotos sagen viel über uns aus - manchmal mehr, als uns eigentlich lieb ist. Das gilt insbesondere für Bilder, die mittels GPS-fähigem Smartphone gemacht und anschließend im Internet veröffentlicht werden, wo jeder auf sie und die mit ihnen abgespeicherten Exif-Daten Zugriff hat. Was diese über ihren Nutzer offenbaren, verrät die Website "ICanStalkU".

Exif-Daten an sich sind eine ungemein praktische Sache: Von der Japan Electronic and Information Technology Industries Association entwickeltspeichert das sogenannte "Exchangeable Image File Format" mit jedem Schnappschuss wichtige Informationen die Aufnahme betreffend direkt in die Bilddatei. Diese Metadaten lassen sich mit nahezu jeder Bildbearbeitungssoftware auslesen und geben unter anderem Auskunft über die verwendete Brennweite, Blende, Belichtungszeit oder ISO-Einstellung. Fotografen erhalten so etwa Aufschluss darüber, unter welchen Bedingungen eine Aufnahme entstanden ist.

Datenschutztechnisch bedenklich wird es aber, wenn die Fotos mit einer GPS-fähigen Kamera oder einem Smartphone geschossen und damit Informationen über den Aufenthaltsort in den Exif-Daten festgehalten werden. Das ist durchaus sinnvoll, wenn es nach dem Urlaub den genauen Aufnahmeort eines Bildes zu rekonstruieren gilt; spätestens wenn mit der Veröffentlichung auf Twitter, Facebook und Co jedoch Millionen fremder Menschen anhand der Exif-Daten nachvollziehen können, wo man beispielsweise wohnt oder wann man sich an welchem Ort aufgehalten hat, hört der Spaß jedoch auf, wie Ben Jackson und Larry Pesce wissen.

Website offenbart Nutzerstandort
Den beiden US-Sicherheitsexperten zufolge sind bereits drei Prozent aller auf Twitter veröffentlichten Fotos mit Standortdaten versehen. Tendenz stark steigend. Welche Risiken dies mit sich bringt, zeigen die Mayhemic-Labs-Mitarbeiter auf der Website "ICanStalkU" (siehe Infobox), wo sie täglich die Geo-Daten von rund 20.000 auf Twitter und anderen Plattformen veröffentlichten Bildern auslesen und samt dazugehörigem Bild des Nutzers, Uhrzeit sowie einem Link zu Google Maps veröffentlichen. Ideal für Chefs, die überprüfen wollen, ob ihr krankgemeldeter Angestellter tatsächlich das Bett hütet, oder Einbrecher, die nur darauf warten, dass die Luft endlich rein ist.

Wie leicht es ist, mit Hilfe der in einem Foto gespeicherten Exif-Daten mehr über dessen Urheber in Erfahrung zu bringen, schilderte Jackson auf der diesjährigen "Next Hope"-Sicherheitskonferenz. Mittels der Geo-Daten in einem Bild konnte er die Adresse eines ihm bislang unbekannten Mannes ermitteln. Schnell fand er daraufhin einen Namen, der zu der Adresse passte, und schließlich ein dazugehöriges Facebook-Profil, in dem der Mann unter anderem Angaben über sein Geburtsdatum und den Familienstand machte. Während diese Informationen für sich genommen nur wenig Aussagekraft besitzen, vermögen sie in ihrer Gesamtheit doch großen Schaden anzurichten, so Jackson.

So deaktivierst du Geotagging auf iPhone und Co
Damit es gar nicht erst so weit kommt, verraten er und sein Kollege Pesce auf "ICanStalkU" daher, wie Nutzer von Apples iPhone, Blackberry, Palm oder Geräten mit Googles Android das sogenannte Geotagging deaktivieren können (siehe Infobox). Wer hingegen mit einer GPS-fähigen Kamera knipst und diese Bilder nicht mitsamt der Standortdaten im Internet veröffentlichen möchte, findet im Netz zahlreiche Tools wie das kostenlose "PhotoMe" (siehe Infobox), mit denen sich die Exif-Daten bearbeiten und somit noch vor dem Upload von sensiblen Informationen bereinigen lassen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
27.09.2010 12:57
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung