Alarmierend!

Jede vierte heimische Firma zahlt Geld an Betrüger

Nachrichten
19.05.2026 18:02

Zum bereits elften Mal wurden knapp 1400 Unternehmer in Österreich im Hinblick auf Cyber-Sicherheit befragt. Demnach ist der Wunsch nach technologischer Unabhängigkeit von den USA groß, ebenso die Angst vor digitalen Angriffen mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine Angst, die nicht unbegründet ist ...

1396 Unternehmerinnen und Unternehmer waren es, die sich den Fragen der Studie „Cybersecurity in Österreich“, durchgeführt von KPMG und KSÖ, dieses Mal gestellt haben. Beruhigend sind ihre Antworten definitiv nicht, denn Cyberangriffe auf heimische Unternehmen steigen auch letztes Jahr noch einmal stark an. Das behaupten zumindest 25 Prozent der Befragten, jeder achte Angriff im Netz soll 2025 erfolgreich gewesen sein. 

Großteil der Angriffe kommt per Mail
78 Prozent berichten von Malware-Angriffen per Mail, 69 Prozent von Phishing-Links, 58 Prozent davon, dass Hacker die Schwachstellen von Hardware und Software ausnutzten. Mit dem falschen CEO hatten es schon 57 Prozent zu tun, mit Scam-Anrufen jeglicher Art auch mehr als die Hälfte (52 Prozent). Das größte Minus gab es bei Überlastungsattacken (minus 58 Prozent). 

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Es braucht eine gemeinsame europäische Kraftanstrengung in einem geopolitisch volatilen Umfeld, um die digitale Sicherheit von Unternehmen zu unterstützen.

KSÖ-Präsident Michael Höllerer

Tourismus wird immer beliebter bei Angreifern
Im Fokus der Angreifer liegen die Automobilindustrie, der Tourismus, die Energiewirtschaft, Konsumgüter und Lebensmittel. 50 Prozent der Angriffe gehen auf die organisierte Kriminalität zurück, in 40 Prozent der Fälle konnte kein Täter identifiziert werden. Zehn Prozent dürften staatliche Akteure sein, acht Prozent Nachrichtendienste. Kurios: Acht Prozent der registrierten Cyber-Probleme waren auf unabsichtlich handelnde ehemalige Mitarbeiter zurückzuführen.

Die meisten Rechenzentren und Serverfarmen stehen im Ausland.
Die meisten Rechenzentren und Serverfarmen stehen im Ausland.(Bild: Matthias)

Teils bis zu 500.000 Euro Kosten pro Vorfall
Einige Zahlen zeigen, wie dramatisch die Gefahr aus dem Netz für Firmen ist. Jede vierte von mit Ransomware erpressten Firmen zahlte offenbar Lösegeldforderungen an die Betrüger, damit ihre Systeme wieder freigeschaltet werden.

Und das ist oft nicht wenig: 25 Prozent der betroffenen Unternehmen kostete der Sicherheitsvorfall zwischen 10.000 und 50.000 Euro, 14 Prozent der Firmen sogar zwischen 100.000 und 500.000 Euro. Ein existenzgefährdendes Spiel – und dabei sind nur 15 Prozent zuversichtlich, dass Österreich gut gewappnet ist. 

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Im Wettlauf gegen die Cyberkriminellen sind wir um viele Plätze zurückgefallen. Das Momentum liegt heute eindeutig aufseiten der Angreifer.

Studienautor Robert Lamprecht ist alarmiert

Großteil hätte gerne österreichische Lösungen
Was häufiger wird: Cyber-Attacken mittels Künstlicher Intelligenz, Desinformation und Missinformation. 47 Prozent meinen, dass KI verstärkt für Angriffe eingesetzt wird, 84 Prozent sehen sie als Bedrohung. Und wünschen sich weniger Abhängigkeit in Sachen Cyberabwehr von anderen Ländern, vor allem von den USA. 83 Prozent würden dabei gerne auf österreichische Lösungen setzen, 89 Prozent würden eine europaweite Zusammenarbeit befürworten.

Zu große Abhängigkeiten vom Ausland
Doch was würde passieren, wenn Technologien und Dienstleistungen aus anderen Ländern plötzlich von einem Tag auf den anderen eingestellt würden? Immerhin werden 69 Prozent der Cyber-Sicherheitsanwendungen aus dem Ausland bezogen. 54 Prozent der Befragten meinen, ihr Unternehmen könne ohne die ausländischen Technologien nur noch maximal bis zu drei Monate weiterarbeiten. Dann müsse der Betrieb des Unternehmens wohl eingestellt werden. 

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