17.08.2020 08:55 |

Politiker-Adressen

Fahrdienst des deutschen Bundestages gehackt

Bei einem Hackerangriff auf eine Fuhrparkfirma der deutschen Bundeswehr könnten sensible Daten von Bundespolitikern und Militärs abgegriffen worden sein. Der offensichtlich erfolgreiche Angriff richtete sich gegen das Rechenzentrum der BwFuhrparkServive GmbH, die auch für den Fahrdienst des Bundestages zuständig ist.

Das Unternehmen gehört zu 75,1 Prozent dem Bundesministerium der Verteidigung und zu 24,9 Prozent der Deutschen Bahn. Es habe 2019 insgesamt 142.000 Chauffeurfahrten für Bundestagsabgeordnete absolviert, berichtete die „Bild am Sonntag“.  Am Freitag habe die Fuhrparkfirma gegenüber dem Parlament die Cyberattacke eingeräumt, hieß es unter Berufung auf interne Informationen.

Bei dem Angriff könnten demnach Daten wie private Wohnadressen von Abgeordneten des deutschen Bundestags abgegriffen worden sein. Wenn ein Parlamentarier den Fahrdienst buche, würden im Dispositionssystem Fahrgastnamen, Zeitpunkt des Fahrtbeginns, Start- und Zielpunkt sowie Zusatzanforderungen wie beispielsweise ein Kindersitz gespeichert.

Bundestagsfraktionen informiert
Die Bundestagsverwaltung informierte laut „Bild am Sonntag“ die Fraktionen schriftlich über den Vorfall. „Der Angreifer und die konkreten Ziele seines Angriffs sind nicht bekannt. Es ist derzeit weder bekannt, wann eine erstmalige Kompromittierung der Rechenzentren stattfand, noch ob Daten manipuliert wurden oder ob Daten abgeflossen sind“, zitierte die Zeitung aus dem Text.

Die Fuhrparkfirma habe zusätzlich zu den eigenen IT-Forensikern zur Analyse und Beseitigung von Schäden auch die Firma HiSolutions AG einbezogen, die sehr eng mit der Bundeswehr zusammenarbeite, hieß es. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sei informiert worden. „Sollte eine erfolgreiche Analyse nicht gelingen, ist beabsichtigt das Zentrum für Cyber-Sicherheit der Bundeswehr zu involvieren“, heißt es in dem Schreiben weiter.

„Gravierende Sicherheitslücke“
Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann (SPD) sagte der Zeitung zu dem Vorfall: „Da tut sich eine Sicherheitslücke auf, die gravierend ist.“ Der Vorfall müsse schnell aufgeklärt und es müsse schnell gehandelt werden.

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