Tausende ohne Strom

Unwetter in Deutschland: „50 Zentimeter Schnee“

Ausland
16.07.2026 08:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Heftige Unwetter mit Starkregen und Hagel sind am Mittwoch über den Süden Deutschlands gefegt. Es gab schwere Schäden, Menschen wurden verletzt. In Reutlingen in Baden-Württemberg fiel für Tausende der Strom aus, Hagelkörner überfluteten Straßen.

Feuerwehr und Polizei mussten für einen stundenlangen Einsatz ausrücken. Der Hagel verstopfte Abflussschächte und überflutete mehrere Straßenabschnitte. Mit Baggern und Kipplastern wurden die gewaltigen Mengen an schneeweißen Hagelkörnern in der Stadt aufgetürmt und geräumt. „Draußen sind 50 Zentimeter Schnee mitten im Sommer gelegen“, schilderte ein Betroffener seine Eindrücke gegenüber der dpa.

Strom fiel wegen Blitzschlag aus
In Teilen von Reutlingen fiel vorübergehend der Strom aus, rund 6000 Haushalte waren betroffen. Ursache war laut Polizei vermutlich ein Blitzschlag im Zuge des Gewitters. Bereits vor drei Jahren mussten in Reutlingen mitten im Sommer die Schneepflüge ausrücken, um Hagel zu beseitigen. Die „Krone“ berichtete auch damals.

Soldat vom Blitz getroffen
Ein Blitz schlug auch im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein, sechs Soldaten der Bundeswehr wurden dabei verletzt. Die Männer zwischen 18 und 26 Jahren befanden sich laut Polizei in einem Biwak im Gebirge, als sie das Gewitter überzog. Fünf wurden leicht, einer mittelschwer verletzt – er dürfte direkt vom Blitz getroffen worden sein.

Schäden am Flughafen Nürnberg
Das Unwetter riss viele Bäume um, betroffen davon war auch der Flughafen Nürnberg. Dort wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Einsatzkräfte beseitigen umgestürzte Bäume, und kümmerten sich um Schäden an Dächern und Wasserschäden. Drei Flüge wurden nach Angaben des Flughafens umgeleitet, vier weitere verspäteten sich.

Noch nie so viele Notrufe
In um Nürnberg sorgten die Gewitter für heftige Überschwemmungen, innerhalb von rund fünf Stunden gingen am Mittwoch etwa 3000 Notrufe ein. Laut Feuerwehr „eine noch nie dagewesene Zahl“. Um die 3000 Kräfte rückten zu mehr als 1000 Einsätzen aus. Auch Mitarbeiter, die freihatten, wurden alarmiert, um mitzuhelfen.

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