12.08.2020 09:00 |

Leser am Wort

„Grimms Märchen“ von der 30-Stunden-Woche

Steht Österreich eine neue arbeitsmarktpolitische Wende vor der Tür? In einer Umfrage unter Arbeitnehmern und Unternehmensvertretern plädiert eine Mehrheit für eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit auf 30 Stunden. Generell zeigt sich der Trend, dass die klassische 40-Stunden-Woche nicht mehr die meiste Zustimmung hat. Doch was sagen unsere Leser zu einer möglichen Reduktion der Wochenstunden?

Seit 1975 gelten in Österreich 40 Stunden Arbeit als Normalarbeitszeit. Schon 1969 plädierten in einem Volksbegehren mehr als 800.000 Österreicher für eine Reduktion der Arbeitszeit von 45 Stunden auf 40 Stunden mit der Unterstützung der damaligen SPÖ. Nun, 45 Jahre später, bahnt sich eine weitere Reduktion der Wochenarbeitszeit an. 

Streitpunkt für Kritiker sowie Befürworter hierbei ist die Höhe der Löhne. Während jene, welche sich für eine weitere Reduktion stark machen, einen vollen Lohnausgleich wollen, können die Skeptiker einen vollen Lohnausgleich nicht einsehen. „Unwirtschaftlich und nicht finanzierbar“, sei dieser auf lange Sicht, da die Unternehmer mehr Personal anstellen müssten und höhere Kosten hätten. Das in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten zu fordern, fördert nur die Anzahl der Konkurse, wie Das.Orakel es befürchtet. Auch WKO Chef Harald Mahrer, kann sich aus den gleichen Gründen keine Reduktion der Arbeitszeit vorstellen und spricht von einer „Jobvernichtungsmaschine“. 

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McCormick
Wer oder welches Unternehmen soll dann noch etwas erwirtschaften?
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schneckerl
4 Tage zu gesammt 38,5 Std. ohne Mehrarbeits oder Überstundenzuschlag. Das ist Machbar und da wäre ich sofort dabei. 30 Std. geht auch aber halt nur bei 25% Gehaltsverlust. 30 Std. bei vollem Lohnausgleich ist Grimms Märchen/ nicht finanzierbar
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Das.Orakel
Glaubt irgendjemand im Ernst, dass das bei gleichem Lohn geht? Dass man die Unternehmen noch mehr auspressen könnte? Wieviel Konkurse gehen heuer bereits auf das Konto linker Steuerideologie?
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Alles kein Problem!“, attestiert die Gegenseite hierbei. Man müsse nur die Lohnnebenkosten für die Unternehmer und Arbeitnehmer senken. Prominenter Vertreter derselben Meinung wäre der neue Präsident der Industriellenvereinigung Georg Knill, welcher eine Senkung der Lohnnebenkosten erreichen will. Auch sei eine Reduktion der Wochenarbeitszeit möglich, wie Puntigamer aufzeigt.

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Puntigamer
Arbeite schon seit 8 Jahren, 30 Stunden in der Woche (3100€ Netto) und möchte es nicht mehr missen.

Kann es mir gar nicht mehr vorstellen nur 2 Tage am Wochenende frei zu haben.
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alta999
Im 19. Jhd war die Wochenarbeitszeit 80 Stunden,
ab 1900 60 Stunden,
seit 1970 40 Stunden

Und ich glaub seit dem ist die Welt eher noch produktiver geworden....
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sandaal
Alles kein Problem! Schraubt endlich die Lohnnebenkosten runter, dann würde das vielleicht sogar funktionieren. Ist ja logisch, dass jeder lieber weniger arbeiten würde, bei gleichem Lohn. Dazu braucht man keine Umfrage durchführen.
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Lässt sich die wöchentliche Arbeitszeit so ohne weitere Probleme kürzen oder würde das den Super-GAU für die österreichische Wirtschaft bedeuten und was meinen potenzielle Arbeitgeber dazu? Diskutieren Sie hier mit uns über die Vor- und Nachzüge einer solchen Verkürzung. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Manuel Cerny
Manuel Cerny
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