Alles wird teurer – und das offenbar auch dort, wo es trotz der Inflation eigentlich nicht sein müsste. In diesem Fall im Hohen Haus. Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) will sich mit einem 30.000 Euro teuren Foto seiner selbst verewigen lassen. Auf Nachfrage bestätigt das Parlament, dass es die Verständigung über eine vertragliche Vereinbarung gibt – die Aufregung darüber wohl programmiert.
Ehre, wem Ehre gebührt. Das gilt auch im Hohen Haus. Porträts fast aller Ersten Nationalratspräsidenten werden auf einem Gang in der Nähe des Plenarsaals im Parlament chronologisch nach Amtsjahren ausgestellt. Eine politische Usance für die formell zweithöchsten Personen im Staat. Im Hohen Haus finden sich gemalte Werke, die Größen wie Leopold Figl, Leopold Gratz, Karl Renner und Heinz Fischer zeigen. Die Amts-jüngeren Würdenträger sind allerdings noch nicht allesamt künstlerisch verewigt.
Bures sorgte vor, Köstinger zögert noch
Doris Bures, in diesem Amt von 2.9.2014 bis 8.11.2017 tätig und nach den vielen Verlusten der SPÖ bei den Wahlen derzeit nur Dritte Nationalratspräsidentin, hat jedoch etwa bereits ein Porträt anfertigen lassen, welches nach ihrem Ausscheiden aus dem Hohen Haus ausgestellt wird. Ihre Nachfolgerin, Kurzzeit-Präsidentin Elisabeth Köstinger (9.11 bis 17.12.2017), hat ihre Ehren noch nicht in Anspruch genommen.
Konkret wird es dafür jetzt bei Köstingers Nachfolger Wolfgang Sobotka. Der streitbare ÖVP-Politiker war stets bekannt für seine kostspieligen künstlerischen Akzente im Hohen Haus, mietete ein goldenes Klavier für Gesamtkosten von 36.000 Euro, welches er nach einem Jahr wieder retournierte. Und er kaufte zum Ärger vieler Steuerzahler am vorletzten Tag seiner Amtszeit noch um 271.000 Euro Skulpturen des Künstlers Erwin Wurm an.
Ein Kauf, den der langjährige und kürzlich erst in den Ruhestand verabschiedete Parlamentsdirektor Harald Dossi aus rechtlichen Gründen gar nicht genehmigen wollte, auf Weisung (Dossis einziger in all den Jahren unter vielen Präsidenten) dann aber musste. Und ein Kauf, den – wie die „Krone“ berichtete – FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz rückabwickeln ließ. Jetzt wird es aber abermals teuer für die Republik.
Extrakosten für Transport
Denn bei seiner Porträtierung will Sobotka den dafür vorgesehenen Rahmen von 30.000 Euro voll ausreizen. Und das nicht etwa für ein gemaltes Werk, sondern für ein Foto, aufgenommen von seinem offensichtlichen Lieblingskünstler Erwin Wurm. Auf Nachfrage bestätigt das Parlament, dass es die Verständigung über eine vertragliche Vereinbarung gibt – es geht aber nicht etwa um ein gemaltes Porträt, oder eine Skulptur, sondern eben nur um ein Foto. Offenbar werden dem Steuerzahler Transportkosten und Steuern sogar noch extra verrechnet. Hängen soll das Werk binnen drei Monaten.
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