Strohhüte, Nachthemden und Porträts: In Paris hat am Montag eine Versteigerung von mehr als 250 Erinnerungsstücken von Filmstar Brigitte Bardot begonnen. Entgegen dem Protest ihres Witwers, für den die Auktion schlichtweg skandalös ist!
Zahlreiche Angebote hatten Schätzpreise unter 100 Euro, darunter Feuerzeuge, Plüschtiere und Porträts der französischen Schauspielerin und Tierschützerin, die im vergangenen Dezember an Krebs gestorben war. Viele Porträts wechselten schließlich für vierstellige Preise den Besitzer.
Ein Set von Matrioschka-Puppen erzielte 5.500 Euro, eine Zeichnung des bekannten Karikaturisten Jean-Jacques Sempé kam auf 19.000 Euro. Weiter im Angebot waren rote Lederstiefel, Sonnenbrillen, ein altes Fahrrad und diverse Dekorationsobjekte. Der Erlös soll der von Bardot gegründeten Tierschutz-Stiftung und ihrem Sohn Nicolas-Jacques Charrier zugutekommen.
Witwer spricht von „Skandal“
Bardots Witwer Bernard d‘Ormale nannte die Auktion einen „Skandal“. „Brigitte wäre damit nie einverstanden gewesen“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Es wäre besser gewesen, die Objekte in ihrem Haus in Saint-Tropez zu belassen, um dieses irgendwann für Besucher zu öffnen, erklärte er.
Die Brigitte-Bardot-Stiftung verweist darauf, dass die Entscheidung für die Auktion getroffen wurde, als d‘Ormale noch deren Vorsitzender war. Inzwischen wurde er auf diesem Posten abgelöst und hat nach eigener Aussage auch keinen freien Zugang mehr zu dem Haus in Saint-Tropez, das er mit Bardot bewohnt hatte. Bardot und d‘Ormale hatten in Norwegen in einer religiösen Zeremonie geheiratet, ihre Ehe war in Frankreich nicht registriert gewesen.
Gründung von Tierschutz-Stiftung
Die Schauspielerin wurde durch den Film „Und immer lockt das Weib“ bekannt, in dem sie eine Frau spielt, die selbstbewusst ihre Lust auslebt. Dies galt damals als skandalös und faszinierte viele Zuschauer deswegen umso mehr. Bis Anfang der 70er-Jahre spielte Bardot in etwa 50 Filmen mit. Sie gehörte damals zu den meistfotografierten Frauen der Welt.
1973 gab Bardot ihre Schauspielkarriere auf und widmete ihr Leben fortan bedrohten Tieren. Für die Gründung ihrer Tierschutz-Stiftung versteigerte sie Teile ihres Besitzes. Politisch driftete Bardot nach Rechtsaußen ab und wurde mehrfach wegen rassistischer Äußerungen zu Geldstrafen verurteilt.
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