Am letzten Wahltag

Raffinerie in Moskau brennt nach Drohnenangriff

Außenpolitik
20.09.2026 13:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dichter Rauch hängt über Moskau: Nach einem heftigen Drohnen- und Raketenangriff der Ukraine auf Russland brennt in die wichtigste Raffinerie der Hauptstadt Moskau.

Nach Behördenangaben wurden bei den ukrainischen Angriffen zwei Menschen getötet, etwa 20 verletzt und eine große Raffinerie bei Moskau getroffen. Fotos zeigen dichte Rauchschwaden, die über der russischen Hauptstadt aufsteigen.

Flugabwehr fing über 1600 Drohnen über Russland ab
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte im Onlinedienst Telegram, die russische Luftabwehr habe insgesamt mehr als 1600 Drohnen abgefangen, von denen allein 450 auf Moskau zugesteuert seien.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb zudem im Onlinedienst X: „Unsere Langstrecken-Reaktionen hatten vergangene Nacht sehr bedeutende Auswirkungen in der Region Moskau“.

Eine der wichtigsten Einrichtungen der russischen Öl-Industrie sowie Logistik-Einrichtungen seien getroffen worden. Es gehe um Milliardensummen, mit denen die russische Kriegsmaschinerie finanziert werde, erklärte Selenskyj.

Mehrere Menschen getötet
Der Gouverneur der Hauptstadtregion, Andrej Worobjow, teilte am Sonntag zudem mit, eine 44-jährige Frau und ein älterer Mann seien bei Angriffen an zwei verschiedenen Orten im Großraum Moskau getötet worden. Eine Drohne habe zudem ein Feuer in einem 21-stöckigen Gebäude ausgelöst, 400 Menschen seien evakuiert worden.

Über Moskau hing am Sonntag eine schwarze Rauchwolke.
Über Moskau hing am Sonntag eine schwarze Rauchwolke.(Bild: AFP/-)

Die Behörden meldeten zudem einen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus in einem von Russland kontrollierten Teil der südukrainischen Region Cherson. Dabei wurden demnach zwei Menschen getötet, darunter ein Mitglied der Wahlkommission.

Drohnenangriff, um Wahl zu stören?
Von den Drohnenangriffen auf Moskau überschattet gaben die Menschen in Russland am dritten und letzten Tag der Parlamentswahl ihre Stimmen ab.

Moskaus Bürgermeister Sobjanin warf der Ukraine am Sonntag eine versuchte Störung des Urnengangs vor. „Der beispiellose Angriff wurde ganz offensichtlich mit dem Ziel geplant, die Wahl zu stören. Dem Feind ist das nicht gelungen“, erklärte dieser.

In Russland findet am Sonntag der dritte und letzte Tag der Parlamentswahlen statt. Moskaus ...
In Russland findet am Sonntag der dritte und letzte Tag der Parlamentswahlen statt. Moskaus Bürgermeister warf unterdessen der Ukraine eine versuchte Störung des Urnengangs vor.(Bild: AP/Pavel Bednyakov)

Bei der Wahl gilt ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin als sicher. Sie hat seit 2003 alle Parlamentswahlen gewonnen. Neben ihr sind nur andere Kreml-treue Parteien zugelassen.

Erste Wahl seit Vollinvasion der Ukraine
Erste Ergebnisse wurden nach Schließung der Wahllokale (20 Uhr MESZ) erwartet. Am Samstagabend lag die Wahlbeteiligung bei 40 Prozent. Es ist die erste Parlamentswahl in Russland seit der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Februar 2022.

Die Anti-Kriegspartei Jabloko war im August von der Wahl ausgeschlossen worden. Am Samstag wurde nach Parteiangaben einer ihrer Wahlbeobachter festgenommen.

Es gibt auch Befürchtungen, dass nach der Wahl eine neue militärische Mobilisierung erfolgen könnte, ähnlich wie im Jahr 2022, als 300.000 Reservisten eingezogen wurden. Daraufhin hatten viele Männer im wehrpflichtigen Alter Russland verlassen. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte dem Kreml vorgeworfen, „in diesem Herbst“ eine neue Mobilisierung zu beginnen. Putin wies dies zurück.

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