Horror-Tat in Leoben

Mutter schnitt Sohn Samuel (11) die Kehle durch

Steiermark
21.09.2026 10:08

Die Geschichte ist an Horror kaum zu überbieten: Am 30. Jänner schnitt eine gebürtige Wienerin ihrem Sohn in der gemeinsamen Wohnung im steirischen Leoben die Kehle durch und stach weitere, unzählige Male auf ihn ein. Vor dem Geschworenengericht sagt sie, sie habe Stimmen gehört und wollte ihn vor einem schlechten Leben bewahren. Doch die Gutachter sind vom Gegenteil überzeugt ...

„Das ist heute keine leichte Kost, es wird Sie auch nach dem Verhandlungstag noch beschäftigen. Schonen kann ich Sie leider nicht. Sie müssen jedes noch so grausliche Detail kennen, ich muss Ihnen die volle Wahrheit antun“, bereitet Staatsanwältin Viktoria Steinecker die Geschworenen auf die schrecklichen Details einer Horror-Tat, die eine 39-jährige gebürtige Wienerin begangen hat, vor. Geschehen ist alles am 30. Jänner dieses Jahres in der Wohnung eines Mehrparteienhauses im steirischen Leoben.

Mit Küchenmesser zugestochen
Mit einem Brotmesser durchtrennte die Frau ihrem elf Jahre alten Sohn Samuel im Badezimmer die Kehle und stach danach mit einem anderen Küchenmesser unzählige Male auf ihn ein. „Das hat er aber nicht mehr mitbekommen, da war er schon tot“, setzt die Staatsanwältin ihr Anfangsplädoyer fort.

Dann wollte sie sich selbst richten, was ihr aber nicht gelang. Kurz wurde sie zwar bewusstlos, wählte aber nach dem Erwachen den Notruf. Doch: „Dort hat sie nicht gesagt, was sie getan hat. Sie können sich also vorstellen, welchen Schock die Rettungsleute erlitten haben, als sie das tote Kind gesehen haben!“

Der vorsitzende Richter Roman Weiß
Der vorsitzende Richter Roman Weiß(Bild: Jürgen Fuchs)

Schulassistentin mit schwieriger Vergangenheit
Geständig ist die Frau, die selbst Misshandlungen erfahren haben soll und jahrelang drogenabhängig war, zwar. Jedoch: „Sie ist vor ihrer Familie geflüchtet, um ein neues Leben aufzubauen mit ihrem Sohn. Sie hat sich liebevoll um ihn gekümmert, er war ihr Lebensmittelpunkt. Gearbeitet hat sie als Schulassistentin, mit Kindern hatte sie also jeden Tag zu tun“, sagt ihr Verteidiger.

Um ihre Traumata aus der Kindheit aufzuarbeiten, begab sie sich laut ihren Angaben in Psychotherapie, brach diese jedoch ab und las sich selbst in Bücher ein. Jedoch entstanden daraus Verschwörungstheorien, und sie war überzeugt, Stimmen hätten ihr eine schlechte Zukunft für ihren Sohn prophezeit. Behörden würden sich in satanistischen Kreisen bewegen, ihr Kind sei nicht zu retten. Davor wollte sie ihn bewahren, erklärt der Verteidiger.

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Ihr war vollkommen klar, dass sie gerade ihr Kind umbringt und dass sie das nicht tun darf. Die Mutter hat ihrem eigenen Sohn die Kehle durchgeschnitten. 

Staatsanwältin Viktoria Steinecker

Staatsanwältin Viktoria Steinecker ist jedoch überzeugt: „Sie will Sie, die Geschworenen, damit in die Irre führen, damit sie ihrer Strafe entgeht und frei kommt.“ Sowohl Gerichtspsychologin als auch Gerichtspsychiater bestätigen, dass sie zum Zeitpunkt der Tat an einer schwerwiegenden psychischen Erkrankung gelitten hat. Steinecker: „Die Überprüfung fiel eindeutig aus! Ihr war vollkommen klar, dass sie gerade ihr Kind umbringt und sie das nicht tun darf. Die Mutter hat ihrem eigenen Sohn die Kehle durchgeschnitten und ihn brutal ermordet.“

In den heutigen Abendstunden werden die Geschworenen entscheiden, was mit der Angeklagten geschehen soll – ob sie eine Strafe erhält oder in ein forensisch--therapeutisches Zentrum eingewiesen wird. 

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