Die deutsche Rüstungsindustrie ist bisher nicht in der Lage, Jobverluste in anderen Branchen wie etwa Automobil aufzufangen. Zu diesem Schluss ist jetzt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gekommen.
Demnach sind im vergangenen Jahr 1100 Beschäftigte von anderen Branchen in die Rüstungsindustrie gewechselt. Das sind bereits dreimal so viele wie vor 2020. Auch von außerhalb der Industrie seien deutlich mehr Menschen in die Rüstungsbranche gewechselt, sagte der IAB-Forscher Enzo Webe. Allerdings seien 23.000 Industriebeschäftigte in die öffentliche Verwaltung oder Sozialversicherung gegangen.
Die deutsche Industrie verliert laut der Studie derzeit monatlich etwa 15.000 Jobs. „Neben den Energiekrisen setzen die Transformation angestammter Geschäftsfelder und die Umwälzungen im Handel mit China und den USA die Industrie unter Druck. Investitionen sinken seit Jahren, Gründungen sind auf dem Tiefpunkt – es werden so wenige Stellen geschaffen wie noch nie“, schrieben Weber und seine Kollegin Yasemin Yilmaz.
50.000 Arbeitsplätze weniger in Autoindustrie
Aus ihrer Sicht sind politische Impulse nötig, um den Arbeitsmarkt anzuregen. Beschäftigte sollten sowohl in aufstrebende Bereiche wechseln als auch den Wandel ihrer Tätigkeitsbereiche voranbringen, heißt es.
Speziell die deutsche Autoindustrie steckt derzeit in der Krise. Alleine 2025 gingen in diesem Bereich ungefähr 50.000 Arbeitsplätze verloren. Am Montag wurde in ganz Deutschland ein Protesttag abgehalten. Die deutschen Autoexporte sind in den ersten sieben Monaten des Jahres spürbar gesunken. Wertmäßig sanken die Ausfuhren von Jänner bis Juli um 8,9 Prozent auf 73,5 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gleichzeitig stiegen die Importe neuer Pkw nach Deutschland mengenmäßig um 16 Prozent auf rund 1,3 Millionen Fahrzeuge. China stieg zum wichtigsten Lieferland auf.
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