01.08.2020 12:12 |

Ein Lokalaugenschein

Urlaub in den Tiroler Bergen: In Hansis Wohnzimmer

Wer Hansi Hinterseer in den Kitzbüheler Bergen treffen möchte, hat sehr gute Chancen, dass sich dieser Wunsch auf dem Golfplatz Eichenheim erfüllt. Ein Lokalaugenschein.

Kitzbühel ist immer eine Reise wert. Das klingt ein wenig abgedroschen, aber es tut mir jetzt fast ein bisschen leid, dass ich seit meiner Kindheit nicht mehr da war, vergessen habe, wie herrlich diese Landschaft ist. Ich bin umweltfreundlich mit der Bahn aus Wien in nur etwa 4.30 Stunden via Wörgl angereist, das Golferparadies Tirols erwartet mich von seiner allerbesten Seite – die Sonne scheint, es kann nicht besser sein. Auf der Homepage von Kitzbühel steht zu lesen: „Für all jene, denen ein Golfplatz zu wenig ist, der ist in Kitzbühel mit 4 Championship Courses und 54 abwechslungsreichen Löchern in Kombination mit dazugehöriger Golf-Hotellerie richtig.“ So komme ich nach Eichenheim, lasse mich dort von der Golf-Leidenschaft von Hansi Hinterseer anstecken und nehme mir fest vor, bald die Platzreife zu machen, um selbst auch demnächst auf so einem Traumplatz mit dieser Wahnsinnskulisse spielen zu dürfen. Nun schätze ich einmal das Privileg, dass mir Hansi, den hier jeder kennt und der durchs Skifahren, Singen sowie seine Heimatfilme weit über alle Grenzen berühmt geworden ist und den jeder mit Kitzbühel sofort assoziiert, seinen Heimatplatz zeigt. Im Golfcart geht es zügig von Loch zu Loch, er bleibt dort stehen, wo außergewöhnlich schöne Ausblicke zu genießen sind, erzählt ein bisschen aus seinem interessanten Golferleben, man merkt, wie gern er in der Natur in Bewegung ist. Das Frühjahr, nur so nebenbei, mag er besonders gerne, denn da kann man am Vormittag das Sonnenskilaufen genießen und am Nachmittag golfen – wo sonst lässt sich das in einen Tag packen?

Zurück auf der großzügigen Sonnenterrasse vom Gasthaus Eichenheim mischen sich die Gäste mit den Einheimischen, die dieses Stückchen Gastronomie nicht nur den Touristen überlassen, sondern selbst gerne diesen schönen Platz mit Freunden teilen wollen. Auch Hansi bleibt, hat keine Berührungsangst, ist auch beim x-ten Mal noch geduldig, als er um ein Foto gebeten wird. Es ist erstaunlich, er scheint wirklich ein Star ohne Allüren zu sein. Bärig, übrigens.

In unglaublich schöner Natur: das Grand Tirolia
Gleich vis-à-vis, nur wenige Schritte entfernt, steht das Grand Tirolia Curio Collection by Hilton, einst als „Russenhotel“ verschrien, jetzt fest in österreichischer Hand, Othmar Seidl hat sich als „Branchenfremder“ in dieses Hotel, die Umgebung, ja das gesamte Package sozusagen verliebt und bringt nun Ordnung in dieses Resort, das nicht nur durch seine Lage punktet, sondern auch durch die besondere Großzügigkeit. Im Durchschnitt sind die Zimmer unglaubliche 63 Quadratmeter groß, auch der Spa-Bereich ist ein bisschen überdimensioniert, was für den Gast garantiert kein Nachteil ist. Sicherheit wird bei Hilton noch viel ernster genommen, als das ohnehin schon in der heimischen Hotellerie gemacht wird, Thomas Lechner, der Hoteldirektor, ein Hiesiger, und sein Team wissen ganz genau, worauf es heutzutage ankommt, man kann sich nicht nur wohl, sondern auch sicher fühlen.

Um Erinnerungen aufzufrischen, fahre ich mit der Gondel auf den Berg, die Streif ist immer interessant, der Ausblick atemberaubend schön. Wer ein gültiges Bergbahn-Ticket hat, kann kostenlos geführte Wanderungen mit einem der Kitz-Mountain-Guides begleiten. Beliebt ist nicht nur das Wandern auf den eindrucksvollen Höhenwegen, die von leicht bis ansprechend reichen, sondern auch das Befahren der Mountainbike-Trails. Bergerlebnisse sind in! Auch für Familien mit Kindern gibt es ein ansprechendes Angebot auf der Streif in 9 Aktiv-Stationen auf einer Länge von 2 Kilometern, wo spielerisch die einzelnen Schlüsselstellen erkundet werden können.

Kaiserwetter mit dem imposanten Kaisergebirge im Blick, ideal für einen Abstecher zum Schwarzsee, 16 Hektar groß, moorig, das Stadtbad von Kitzbühel mit Wiesen rundherum. Traumhaft, es scheint mir fast, als würde sich die Region besonders attraktiv präsentieren, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen, dass ich so lange nicht da war, obwohl sie doch sommers wie winters ein wirklich außergewöhnlich schöner Flecken in Österreich ist. Die schwerste Entscheidung des Tages ist tatsächlich: rauf auf den Berg oder rein ins Wasser des Schwarzsees, der – nur so nebenbei erwähnt – zu den wärmsten Badeseen Tirols zählt.

Bei Regen kommen die Leute vermehrt ins Kitzbühel-Museum, hören wir von Dr. Wido Sieberer, dem Direktor, der uns Einblicke in die lange Stadtgeschichte - nächstes Jahr gilt es, das 750-Jahre-Jubiläum zu feiern - gewährt; und natürlich auch in das Werk von Alfons Walde. Was Kitzbühel von anderen Skiorten unterscheidet, ist die lange Besiedlung, die ältesten Exponate stammen aus der Bronzezeit. Natürlich ist auch Raum der Sommerfrische und dem Wintertourismus gewidmet, unbedingt empfehlenswert ist auch ein kurzer Abstecher auf die kleine Dachterrasse, die einen einmaligen Blick über die Dächer, die Streif und natürlich die Berge ringsum bietet. Das Museum ist übrigens im Südwestturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung sowie im ehemaligen Getreidespeicher untergebracht und wird gerade um das angrenzende Gebäude erweitert.

Wildpark Aurach
Täglich um 14.30 Uhr werden im Wildpark Aurach die Tiere gefüttert. Es ist wahrlich ein spannendes Erlebnis, wenn die Hirsche mit ihren majestätischen Geweihen sich versammeln, ohne Scheu und fast zum Angreifen. Aber eben nur fast, denn es bleiben Wildtiere, auch wenn man ihnen hier so nah wie sonst nie kommen kann. Etwa 300 Tiere – hauptsächlich heimische Arten – leben auf etwa 40 Hektar, betreut von den „drei Mäderln“ der Familie Pletzer – Andrea, Traudi und Lisi, deren Mann Eduard einst mit Hansi Hinterseer die Heimatfilme drehte. Auch heute gibt es noch die Verbundenheit – Hansi kommt oft zum Frühstück, besucht die Tiere, die ihm ans Herz gewachsen sind. Die Idylle ist übrigens echt, der Branderhof ist seit 1723 im Besitz der Familie Pletzer, in der Branderhofstube sind Gäste mehr als willkommen!

Andrea Thomas, Kronen Zeitung

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